Max Küng: Was weh tut

"Schreiben ist wie nachts im Nebel zu fahren. Man sieht nur so weit, wie die Scheinwerfer reichen, aber man schafft es auf diese Weise, die ganze Strecke hinter sich zu bringen. Manche Dinge bleiben dabei am Strassenrand liegen.  Dazu braucht es etwas Brutalität sich selbst gegenüber und eine Lektorin, der man vertraut. Drei Wochen an einem Kapitel zu schreiben und dann zu hören: "Toll geschrieben, aber eigentlich lenkt es nur ab" - das kann schon weh tun. Ich habe jedenfalls genug ausgemustertes Material für einen Directors's Cut zusammen."

aus: LESEN 2/2021 Orell Füssli.CH