Auch Romanfiguren brauchen N a m e n

Einen interessanten Beitrag zum Thema Namensgebung, auch in uns fremden Kulturen, in denen ein Name in 'Ungnade' fallen kann und was 'Deadnaming' bedeutet, finden Schriftsteller im Artikel von Reto U. Schneider. Hier ein kurzes Zitat: 

"Namen haben neben ihrer pragmatischen Funktion, Menschen zu benennen, auch soziale, symbolische und mystische Zwecke. Sie sollen Wünsche und Werte transportieren, Hierarchien und Macht aufrechterhalten, Bewunderung und Schrecken verbreiten. Und das ultimative Mittel dazu ist das Namenstabu: Ein Wesen ist derart aussergewöhnlich, dass kein zweites seinen Namen tragen und manchmal nicht einmal sagen darf. Das weiss heute jeder Viertklässler aus Harry Potter, wo der dunkle Lord Voldemort nur "Du weisst schon wer" genannt wird."

aus: "Du weisst schon wer..." von Reto U. Schneider - NZZ Folio Januar 2026