Anna Prizkau: ... in weiten Teilen autobiografisch?
Eine deutliche Antwort der Schriftstellerin Anna Pritzkau erhielt ihr Interviewpartner auf seine Frage: Haben wir es bei dem Werk (Frauen im Sanatorium, Rowohlt) mit einem in weiten Teilen autobiografischen Roman zu tun?
"Nein, nein! Aber ja, es fällt mir schon leichter, Dinge zu beschreiben, die ich selbst kenne: rauchen, trinken, lügen, Sex haben, lieben. Und trotzdem schreiben Schriftsteller, zumindest die, die ich schätze und lese, nie darüber, was sie selbst erleben wollen, oder darüber, wovor sie sich fürchten, dass sie es erleben. Dostojewski hat doch auch niemals getötet, obwohl er das vielleicht gelegentlich gewollt hätte."
aus: "Krieg fühlt man körperlich" von Michael A. Gotthelf - Neue Zürcher Zeitung 11.8.2025