„Ich habe mit Lyrik angefangen, von meinem zwölften bis zwanzigsten Lebensjahr – aber ich konnte das nicht. Ich war einfach nicht gut genug! Über Romane habe ich damals gar nicht nachgedacht. Mir schienen sie hinsichtlich der Form viel zu nahe am Journalismus. (…)
… Du musst eine Architektur haben, wenn du die Chronologie entwickelst und den Raum. All das wäre mir viel zu einschränkend vorgekommen. Du musst bei einem Roman sozusagen wissen, wo die Tür ist. In der Lyrik dagegen geht es auch ohne Tür, oder du machst dir einfach selbst eine. Ich hätte keinen Augenblick gedacht, dass ich einmal über das Leben in der Provinz schreiben würde, über mein eigenes Haus. (…)
… Romane sind etwas sehr Privates. Sie werden in der Stille geschrieben. … Du schaffst Bilder, die bedeutsam sind in der öffentlichen Sphäre und sie bereichern … in meinem Fall hat es mich befreit, diese Romane zu schreiben.“
Carmen Eller führte das Interview mit dem irischen Schriftsteller anlässlich des Erscheinens seines neuen Romans ‚Nora Webster‘ – aus: „Es war, wie aus dem Fenster zu springen“ – Neue Zürcher Zeitung 19.10.016

„Bevor ich den Schreibtag beende, achte ich darauf, dass ich noch etwas für den nächsten Tag aufgespart habe. Schlaf wirkt Wunder.“

Graham Green zu John Le Carré Wien 1965 (aus Der Taubentunnel)

antwortete der österreichische Schriftsteller im Interview auf die Frage von Marius Leutenegger: „Machen Sie zwischen zwei Romanen eine lange Pause oder arbeiten Sie so lang an jedem Buch?“ und stellte fest: „Das heißt auch, dass Sie von einem Roman lange Zeit leben müssen …“:
„Alle meine Bücher sind immer noch im Handel. Und ich brauche nicht viel. Ich habe in meinem Leben nie etwas anderes gekauft als Zeit und Mobilität. Ich besass nie eine Wohnung, nie ein Haus, nie auch nur ein Grundstück. Wichtiger als Eigentum war mir immer der Luxus, mich auf den Weg machen zu können – jederzeit und egal wohin.“
Von Christoph Ransmayr erschien im Oktober bei S. Fischer der Roman „Cox oder der Lauf der Zeit“
aus: „Es gibt immer jemanden, der einen auffängt“ Marius Leutenegger, Lesen Nr 4

Das neue Weiterbildungsstudium an der Akademie Faber-Castell in Stein/Nürnberg beginnt im April 2017. Sie ist berufsbegleitend und praxisnah, 6 Semester, mit Kompaktseminaren an bis zu fünf dreitägigen Präsenzphasen pro Semester, zwei Präsenzwochen im Gesamtstudium in den hellen Kreativateliers der Akademie Faber-Castell am Unternehmenssitz in Stein/Nürnberg. Bewährte, renommierte Dozenten und dauernde (Online-)Betreuung und Mentoring für ein Publikationsprojekt als Abschlussarbeit.
www.akademie-faber-castell.de

Andere Liebe. Ein Kopfkissenbuch

24 Autoren – 24 Storys

Die besten Short Storys aus dem Wettbewerb zum zwanzigjährigen Jubiläum des Autorenhaus Verlags.

Die drei Siegertexte und ihre Autoren:

Stephanie Lay: Philipp

Vanessa Araya: Der Philosoph und der Kimono

Isabella Bach: Der Koi

Alle 24 Short Storys:

Stephanie Lay: Philipp
Vanessa Araya: Der Philosoph und der Kimono
Isabella Bach: Der Koi
Michaela Davin: Joe
Petra Semler: Giovanni
Marc Short: Die Planetenguckerin
Monica Heinz: Verliebt in dunkle Augen
Tobias Feige: Das Supergirl
Ellen Stähr: Du wirst es nicht bereuen
Christiane Röper: Eine andere Geschichte
Sabine Frambach: Die Liebe des Hexers
Annette Schmitz-Dowidat: Mirjam
Angela Kreuz: Boulevard der zerbrochenen Träume
Anne Albers-Dahnke: Da war was verschwunden
Manfred Richter: Der rosa Brief
Günther Resch: Ihr Blick
Sabine Hinterberger: Darkblue
Dimitri Vojnov: Die schöne Bäckerin aus dem Taunus
Brigitte Rübsam: Liebe. Liebe? Liebe!
Askin-Hayat Dogan: Die Leiden des jungen Werwolfs
Edeltraut Rabe: Eine Liebe
Christine Siebert : Galapagos
Joachim Faß: Alte Liebe rostet nicht
Nicola Scheifele: Spätvorstellung

Ich möchte mich bei den vielen Autoren bedanken, die uns ihr Manuskript geschickt haben. Selbst wenn Sie diesmal nicht mit dabei sind, verlieren Sie bitte nicht den Mut. Wir konnten leider nicht alle Geschichten, die uns interessiert haben, im Buch aufnehmen, aber es war eine Freude, Ihre Storys zu lesen und Ihren Ideen und Wendungen zu folgen. Bleiben Sie dabei! Die „Andere Liebe“ wird im Dezember als gebundenes Buch erscheinen. Sie können es ab sofort vorbestellen: Andere Liebe. Ein Kopfkissenbuch

Andreas Kilb schrieb von den 73. Filmfestspielen in Venedig und über die neuen Filme der beiden großen Regisseure Paolo Sorrentino „The Young Pope“ und Francois Ozon „Frantz“, die jetzt in den Kinos angelaufen sind. Darin charakterisiert er drei verschiedene Arten von Regisseuren:

„Es gibt drei Sorten von interessanten Regisseuren auf einem Filmfestival.

Erstens die Debütanten, die einen anderen Ton und einen neuen Blick, manchmal auch nur einen ungewohnten Schauplatz auf die Leinwand bringen…

Zweitens die Altmeister, deren Werk …. längst feste Formen und Konturen hat und nur noch ergänzt werden kann …

Und dann gibt es die Könner, die Virtuosen, die wilden Kerle des Kinos. Sie sind weniger berechenbar als die Altmeister und weniger originell als die Debütanten. Ihre Filme streifen mal die Grenze zum Kitsch, mal die zur bloßen Artistik. Dennoch sind sie die wahren Fürsten der Profession. Sie beherrschen alle Tricks, sogar den, auf alle Tricks zu verzichten. Ihr nächster Film kann das Gegenteil des vorigen sein oder sein Sequel. Ihre Zukunft hängt nicht an den Festivals, aber die Festivals hätten keine Zukunft ohne sie. Ihre Namen klingen nicht nach Kunst, sondern nach Erfolg …“
Andreas Kilb: „Wir spielen Papst“, Frankfurter Allgemeine Zeitung 5.9.201632
Buchtipp Filme machen

„… es ist unmöglich, zu sagen wer der Ich-Erzähler ist, weil unser Ich einem ständigen Wandel unterliegt. Wer wie ich Bücher über seine Erinnerungen schreibt, fixiert diese Erinnerungen, und für kurze Zeit mögen sie ihre Gültigkeit behalten, aber irgendwann erscheinen sie einem nicht mehr wahr, weil man älter geworden ist und sich verändert hat. Erinnerung und Fiktion haben denselben Ursprung, und man muss Erinnerung auf ganz ähnliche Weise erschaffen wie Fiktion, um sie überhaupt sehen zu können.“
aus dem Interview von Thomas David: „Der Verfasser dieser Bücher ist tot“,
Zürcher Zeitung 26.10.2015

„Als Reporter schrieb ich ständig Geschichten aus den wahren Leben. Journalisten müssen das Leben kondensieren. Geschichten in wenigen Zeilen erzählen können. Songwriting ist ein bisschen wie Artikelschreiben. Einige Artikel sind später zu Songs geworden. Einmal bekam ich den Auftrag, die Mitglieder einer Pantomimengruppe in einem Theater zu interviewen. Daraus entstand der Song ‚One more Matinee‘, den ich allerdings erst viel später, im Jahr 2000, auf meinem Soloalbum ‚Sailing to Philadelphia‘ veröffentlichte. Damals, als Reporter wurde mir erstmals klar, dass ich angefangen hatte, Songs zu schreiben. Bis dahin hatte ich mich nur als Gitarristen gesehen, der sein Instrument lausig beherrscht.“
aus: „Ich bin nicht mehr Teil dieser Maschinerie“ von Martin Scholz, Tages-Anzeiger 7.5.2015
Buchtipp Handbuch für Songtexter

Wieviel Friedrich Ani ist in Ihren Figuren?
„Alles Schreiben ist autobiografisches Schreiben. Man kann das nicht trennen von der Person. Ich mag keine Bücher, in denen der Autor nicht vorkommt, in denen ich den Autor nicht spüre.“, sagt der Kriminalschriftsteller Friedrich Ani im Interview mit Ursula Nuber anlässlich des Erscheinens seines neuen Werkes und erklärt es an einem Beispiel:

(…) „Wenn ich über einen Mann wie Ludwig Winther (Der namenlose Tag) schreibe und versuche, ihm eine Stimme zu geben, dann bin ich auch er. Ich lasse ihn reden und handeln und spüre dann, dass das wieder so einer ist, der in einem Netz zappelt. Er möchte sich so gern befreien, er möchte im offenen Meer schwimmen, aber das klappt nicht. Er hat das Netz selbst gehäkelt. Und dann mag ich diesen Menschen, und ich will ihm eine Würde geben und die Möglichkeit zum Aufrechtgehen, soweit es geht.“
aus: Psychologie Heute 10/2016 – Ursula Nuber: „Niemand kennt mich. Und das ist gut so.“

Würden Sie als Autor und Regisseur einer Fernsehserie zugleich arbeiten?
fragt Nina Rehfeld den Regisseur von The Knick.

„Nein. Schreiben ist das Schlimmste. Deswegen schreibe ich nicht mehr. Ich habe am Anfang geschrieben, um ins Geschäft zu kommen. Es kostet ja nichts, sich hinzusetzen und etwas zu schreiben. Aber ich habe es gehasst. Und die Arbeit wurde so viel besser, als ich begann, mit Autoren zu arbeiten. Ich würde das nie wieder allein machen wollen.“

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