O wie Originalität
„Autorenschaft wird unterschätzt. Leider auch der Idealismus, der damit einhergeht. Die Menschen lesen nicht mehr, können sich nicht mehr konzentrieren, nicht für drei Minuten, sie werden denkfaul – letztendlich ist das die Ursuppe der Fake News.“
Jörg Harlan Rohleder hat zusammen mit dem 86jährigen Schriftsteller ein Alphabet erstellt: „Wenn der letzte Dandy der Literatur ein Buch über Sprache schreibt“, Focus 17/2017

hat die Schriftstellerin, die aufgrund Erbkrankheit jung starb, so erklärt:

„I write because I don’t know what I think until I read what I say.“

von Flannery O’Connor erschienen in deutscher Sprache: „Kreis im Feuer“, „Das brennende Wort“, „Die Gewalt tun“

Zum 90. Geburtstag von Martin Walser gratuliert Kollege und Büchnerpreisträger Arnold Stadler seinem Freund und mit Schreiben und Singen:

„So wie das Singen ist auch das Schreiben ein Schmerz- und Lebensmittel. Ein: Mich-schmerzt-dein-Schmerz-Singen. Also etwas jenseits vom bloßen Inhaltstransport und Informationsgelüst. Und was Walser singt, ist: Ja und nicht Nein. … Walser ist einer von ihnen, die schreibend aufs Schönste JA gesagt haben, auch zum Ja-Sagen-Wollen. Der Schmerz ist der Grundriss zu Walsers Werk.
(…) Der Schriftsteller, den ich meine, hat eine Wunde, aus der es weiterblutet, erinnerungsweise. Die Erinnerung ist eine Bluterkrankheit. Und Literatur ist „ich schreibe, also bin ich“. Walsers Werk ist das eines ganzen Jahrhunderts, und darüber hinaus. (..) Selig der Schriftsteller, dessen Schmerz zur Sprache wurde.“
Arnold Stadler „Das große Ja“ – Focus 12/2017

im Kern das Teilen von Erfahrung, das Teilen von Lebenserfahrung. Es erzählt davon, wie man die Welt sieht und das Leben erfährt, wie man eine höchstpersönliche Erfahrung auf eine höchstpersönliche Weise ausdrückt. Erfahrung teilen kann ich auch als Jogalehrer. Die Energie, die aus der Begegnung mit den Leuten entsteht, die auf ihren Yogamatten vor mir sitzen, ist ähnlich wie die im Theater, wo ich ebenfalls versuchen muss, aus der vorhandenen Energie etwas Lustvolles zu entwickeln. Das Wichtigste an der Theaterarbeit ist die Freude. Wenn ein Schauspieler oder ein Mitarbeiter keinen Bock auf die Probe hat, läuft etwas falsch. Es muss Lust herrschen, etwas zu kreieren, so wie eigentlich jeder einzelne in unserer Gesellschaft Lust haben sollte, durch den Tag zu kommen und seine Arbeit zu machen.“
Der belgische Theatermacher ist seit 2009 leitender Regisseur des Thalia-Theaters und – Yogalehrer
Magazin der Frankfurter Allgemeine Zeitung März 2017

… gehört zum Beruf, das Mitleiden mit den Figuren in ihren Dramen und Tragödien und immer wieder Blut und Tränen, damit den Lesern beim Blättern nicht die Finger einschlafen. Die Nachfrage an raffinierten Plots, noch nie beschriebenen Qualen ist groß. Die besten Werke entstehen, wenn der Autor mitfühlt, was er seine Helden durchleiden lässt und was er selbst gerne lesen würde, empfiehlt Bestsellerautor Larry Beinhart und zeigt Schritt für Schritt, wie mitreißende Kriminalromane und Thriller entstehen.
Larry Beinhart: Crime – Kriminalromane und Thriller schreiben, 235 Seiten, Dritte Auflage, 16,80 Euro versandkostenfrei.

Die Aufgabe von Drehbuch- und Romanautoren ist Empathie für Opfer wie auch Täter nicht zu verlieren und Grenzen zu überschreiten. Arnon Grünberg meinte einmal in einem Interview: „Dort, wo die Scham ins Zentrum rückt, wird es auch am interessantesten“, und seine Quellen sind oft autobiografisch. „Jedem Autor und jedem, der ein Autor werden möchte, wurde ein großes Thema geschenkt: die Geschichte seines Lebens und des Lebens seiner Familie, seiner Umgebung. Es kommt nur darauf an, ob er von diesem Geschenk Gebrauch machen kann oder nicht“, sagte Marcel Reich-Ranicki. Das Buch zum Thema:
„Erinnerungen und Autobiografie schreiben“ von Judith Barrington hat einen zusätzlichen Anhang zum Persönlichkeitsrecht, wichtig für alle die Familienszenen und Erlebnisse aus dem Freundeskreis schildern möchten, 175 Seiten, nur 14,90 Euro.

Feuer bringt’s: Expressives Schreiben, auch automatisches Schreiben wie es die Dadaisten nannten, ist für Schriftsteller ein Weg ins Unbewusste und wird oft zur künstlerischen Anregung genutzt. Eckart von Hirschhausen erwähnt die Methode in „Wunder wirken Wunder“ als Möglichkeit der Selbsttherapie. Jeden Tag 15 Minuten konzentriert schreiben – macht gesund! Zum automatischen Schreiben ohne Grenzen gibt Nathalie Goldberg in ihrem Buch „Schreiben in Cafés“ eine Fülle von Anregungen. „Ein ganz wunderbares Buch über das Schreiben, das hoch motiviert, immer den Stift in der Hand zu halten und zu schreiben, egal ob man Laie, Autodidakt oder professioneller Schriftsteller ist.“ Radio Berlin Brandenburg. Es ist wieder erhältlich, Sie können es gleich hier bestellen: „Schreiben in Cafés“, 200 Seiten, Hardcover, Lesebändchen, nur 18 Euro versandkostenfrei.

Unsere Autorin Anna Basener hat ein neues Unterhaltungswerk im Verlag Bastei-Lübbe veröffentlicht. Ihr Roman „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“ ist gerade erschienen. Sie hat ihr Studium in Hildesheim mit dem Schreiben von Romanheften finanziert und war laut ZEIT die „erfolgreichste Groschenromanautorin Deutschlands“.
„Heftromane schreiben und veröffentlichen“ gilt, so der Deutschlandfunk, als Standardwerk. 186 Seiten, Hardcover, 16,80 Euro versandkostenfrei.

In ihrem dritten Roman „Wald“ erzählt die österreichische Schriftstellerin von einer Frau, die sich mit einem eigenen Modelabel selbständig macht, Erfolg hat, aber dann alles, Liebhaber, Salon, Luxusleben und Status verliert. Sie flüchtet vor den Schulden und ihrer persönlichen Niederlage in das heruntergekommene Haus ihrer verstorbenen Tante in einem Dorf und versucht, ohne Geld zu überleben. Alexandra Kedves fragt die Wiener Autorin wie sie ihre weiblichen und männliche Charaktere glaubwürdig macht:
Ist es einfacher als Frau über Frauen zu schreiben?
„Frauen machen den Hauptanteil der Leserschaft aus. Wenn man eine Frauenfigur konzipiert, muss die zur Identifikation oder zur Abgrenzung einladen.
Wenn ich über einen Mann schreibe, lasse ich von Männern gegenlesen, als Check.“

eine Art Lustkotzen, wie Angstbeißen, nur leiden daran diejenigen, gebissen werden. Man will es nicht, aber man muss, und es ist ein unglaublich befreiendes Gefühl, wenn alles rauskommen darf. Man tut ja immer, was man muss.“
Interview in der Welt am 8.12.2004

Erik Brühlmann fragte den Wissenschaftler und Autor:

Genoss Science-Fiction-Literatur früher einen besseren Ruf als heute, wo sie gerne in die Ecke der Trivialliteratur gestellt wird?
„Science Fiction war immer Unterhaltungsliteratur. In der traditionellen literarischen Zweiklassengesellschaft stand sie immer eine Stufe unter Shakespeare, Goethe und den anderen Literaten. Das war zu Zeiten von Jules Verne nicht anders, als es heute ist.“

„Das Genre an sich ist schwierig zu definieren. Was sind die Grundtaten?
… „Für mich gehört immer die Auseinandersetzung mit künftigen oder alternativen Gesellschaften dazu.“

Was treibt einen Schriftsteller dazu, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen?
„Eine Motivation war und ist es, die bestehenden Gesellschaftszustände mit künftigen Idealvorstellungen zu vergleichen. Oder anders gesagt: Man will sich kritisch mit dem Ist-Zustand einer Gesellschaft auseinandersetzen, indem man eine bessere und makellose Zukunftswelt imaginiert. Eine andere Motivation ist es, das Publikum warnen zu wollen: Was kann passieren, wenn diese oder jene Entwicklung ungehindert so weitergeht?“
Mateusz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des SNF-Forschungsprojekts „Conditio Extraterrestris“ von Professor Philipp Theisohn

Im Piper Verlag ist gerade ihr erster Roman erschienen, Titel „Sweet Rotation“. Im Lesen-Fragebogen von Orell-Füssli beantwortet sie u.a. die folgenden Fragen:

Wären Sie nicht Schriftstellerin geworden, wären Sie heute …
„mit dem Versuch beschäftigt, Schriftstellerin zu werden.“

Wenn Sie schreiben: Können Sie abschalten oder verfolgt Sie Ihr Projekt rund um die Uhr?
„Es verfolgt mich rund um die Uhr, aber ich versuche das jeweils nicht als penetrante Verfolgung, sondern als inspirative Begleiterscheinung zu betrachten. Das klappt mal besser, mal schlechter. Aber ganz weg sind die Projekte nie – so etwas wie einen Feierabend gibt es tatsächlich nicht.“

Wie belohnen Sie sich, wenn Sie ein Werk abgeschlossen haben?
„Für mich ist ein Werk nie abgeschlossen. Leider. Im Kopf rattert es immer weiter, es nagen Zweifel, folgen irgendwelche Konsequenzen. Aber generell: Freunde anrufen, anstossen.“

Das PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland (vormals Deutscher PEN-Club im Exil/Deutscher Exil-PEN) hat beschlossen, im Gedenken an den vor 2000 Jahren im Exil verstorbenen römischen Dichter Publius Ovidus Naso ab 2017 einen OVID-Preis für herausragende literarische
Veröffentlichungen zu vergeben.
Der OVID-Preis des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland wird jedes zweite Jahr für eine herausragende literarische Buchveröffentlichung vergeben, getreu der PEN-Tradition (Poets, Essayists, Novelists) in einer der drei Kategorien P = Poesie, E = Essay, N = Roman oder erzählende Prosa.
Bewerben können sich alle auf Deutsch schreibenden Autorinnen und Autoren über 35 Jahre mit Werken, die in den vorangegangenen 24 Monaten veröffentlicht wurden. Ausgeschlossen sind Neuauflagen, Neuausgaben oder Wiederauflagen früherer Werke, Übersetzungen aus anderen
Sprachen sowie Veröffentlichungen in Selbst- oder Druckkostenzuschlagsverlagen.
(Vollständige Teilnahmebedingungen siehe: http://blog.pen-zentrum-ausland.de/ovid-preis/) Auf Beschluss des Vorstandes wird der OVID-Preis des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland erstmals an Prof. Guy Stern für sein Lebenswerk verliehen. Die Preisverleihung findet am 14. März 2017 (19.00) anlässlich der Vorstellung der Anthologie Alles wandelt sich – Echos auf Ovid in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt statt und ist öffentlich.
Gleichzeitig wird der nächste OVID-Preis per 31. Dezember 2017 ausgeschrieben. Die eingereichten Werke werden von eine fünfköpfigen Jury beurteilt:
Gabrielle Alioth, Autorin
Burkhard Bierschenck, Verleger
Frederick A. Lubich, Professor für deutsche Sprache und Literatur
Hans-Christian Oeser, Autor und Literaturübersetzer
Utz Rachowski, Autor
Der OVID-Preis wird der Gewinnerin oder dem Gewinner in festlichem Rahmen überreicht und besteht jeweils aus einem Geldbetrag, einer Urkunde und einem individuellen Geschenk. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: ovid-preis@pen-zentrum-ausland.de

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