“Unterschied zwischen dem erzählerischen ICH und dem direkten ICH eines Tagebuchs: das letztere ist weniger nachzuvollziehen, gerade weil es zu vieles verschweigt von seinen Voraussetzungen, dadurch eine Zumutung: keine Figur: nämlich zu einer Figur gehört auch, was sie verhehlt, was sie selber im Augenblick nicht interessiert, was ihr nicht bewusst ist usw.”
Max Frisch: Zweites Tagebuch

“Romanfiguren verwandeln sich, und aus Geistgestalten werden echte Personen. Wenn das Buch fertig ist, bleiben diese Charaktere übrig. Sie bleiben in meiner Erinnerung wie unkündbare Untermieter oder wie Geister, die ich nicht vertreiben kann, die quicklebendig sind.”

Wie viele Schriftstellerkollegen haben Sie als Journalist begonnen, stellt Knut Henkel im Interview mit dem Schriftsteller fest, dessen Buch “Die Nacht der Erinnerung” vor kurzem erschienen ist:

“Der Journalismus war die Eingangstür zum Schreiben. Er ist eine gute Übung, denn dabei lernt man, hinzugucken und zuzuhören. Ich habe sehr früh begonnen, kleine Geschichten und Romane zu schreiben, habe mein erstes Buch selbst verlegt und mit dem Fahrrad vertrieben. Erst als ich freiberuflich für eine Zeitung arbeitete, lernte ich, diszipliniert und strukturiert zu arbeiten. Das ist eine gute Schule für den Schriftsteller.”

Nach jahrelanger Vorbereitung hat der türkische Nobelpreisträger Orhan Pamuk sein “Museum der Unschuld” in Istanbul eröffnet. Der gleichnamige Roman des Schriftstellers, der die Geschichte einer schmerzlichen Liebe erzählt, entstand gleichzeitig. Dennoch sagte Pamuk, sei es “nicht nötig, den Roman zu lesen, um das Museum genießen zu können”. Im Museum der Unschuld hat Orhan Pamuk Gegenstände ausgestellt, die im Roman eine Rolle spielen – das Gegenteil virtueller Welten. “Ich schrieb das Buch, während ich die Stücke besorgte, Schritt für Schritt”, erklärte Pamuk im Interview mit der BBC. Das viergeschossige Haus im Stadtteil Beyoglu hat der Schriftsteller selbst gekauft.

fragt Felicitas von Lovenberg den israelischen Schriftsteller David Grossmann in ihrem Interview für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

David Grossmann: “… ich weiß nie, wie sich eine Geschichte entwickeln wird, und das will ich auch nicht. Wenn ich das Ende schon kenne, dann bin ich es, der die Geschichte vorantreibt. Aber ich will ja selbst der Getriebene sein, ich möchte, dass die Figuren mich überraschen und mich betrügen und meine Grenzen überschreiten. Ich möchte, dass sie mich wie ein Adler beim Genick packen und woanders fallen lassen und sagen, so, richte dich hier ein. Es mag seltsam klingen, aber das macht mich glücklich. Am Morgen kann ich kaum erwarten aufzuwachen, weil ich weiß, es liegt ein neuer Tag vor mir, an dem ich acht, zehn Stunden lang etwas entdecken und herausfinden kann, von dem ich um acht in der Frühe noch nicht weiß, was es ist. Aber ich weiß, dass meine Welt bis zum Abend ein Stück größer geworden ist.”

Liebe Autorinnen und Autoren,

wer einen erhellenden Artikel über Honorare und Rechte als Drehbuchautor lesen möchte, findet heute in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen ausführlichen Beitrag von einem der erfolgreichsten deutschen Drehbuchautoren, Niki Stein, unter diesem Kurzlink:

http://tinyurl.com/d5mlckt

Ein schönes Wochenende
wünscht Ihnen
Ihre
Gerhild Tieger

Liebe Autorinnen und Autoren,

diese Frage stellte Roman Elsner im NZZ-Interview dem Bassisten der weltberühmten Rockband R.E.M., Mike Mills. „Nicht unbedingt, meinte der:
„Wenn man denkt, ein Stück taugt zum Hit, wird es keiner – und umgekehrt.
‚Losing my Religion’ – wer hätte gedacht, dass das ankommt? Ein fünf Minuten langer Song, mit einer Mandoline als Lead-Instrument, ein Song ohne Refrain – wie wird das zum Hit? Und doch ist dieser Song unser erfolgreichstes Lied – bis jetzt.“

Songtexte, auch lyrics genannt, haben meist poetische Elemente und wie beim Gedichtschreiben entstehen sie oft spontan. Vielleicht schreiben Sie heute noch ein neues Gedicht, aus dem Sie einen Song machen … ohne daran zu denken, dass daraus ein Hit werden könnte! Wie Songs entstehen und wie Sie sie verkaufen können, finden Sie, mit vielen eigenen Song-Beispielen der beiden Buchautoren, im Handbuch für Songtexter. Edith Jeske und Tobias Reitz leiten seit 1996 die von der GEMA-Stiftung geförderte Celler Schule und bilden talentierte Textdichter aller Stilrichtungen professionell aus:
Handbuch für Songtexter. Mehr Erfolg durch professionelles Schreiben und Vermarkten. Mit einem Vorwort von Bastian Sick, Einleitung von Michael Kunze. 304 Seiten, Hardcover, 19,95 Euro versandkostenfrei:
www.autorenhaus-verlag.de/376.0.0.1.0.0.phtml

Das Workshopbuch zum Thema Liedtexte hat der Singer-Songwriter Abou-Dakn
veröffentlicht: Songtexte schreiben. Handwerk und Dramaturgie, 200 Seiten, nur 16,80 Euro versandkostenfei:
www.autorenhaus-verlag.de/masen_abou-dakn-songtexte.phtml

Existenzielle Probleme, mit denen zuerst die Musikbranche und nun auch Buchautoren und ihre Verlage durch illegale Downloads konfrontiert sind, hat Sven Regener, selber Autor und Musiker der Rockband ‘Element of Crime’, in einem Radio-Interview in deutlichen Worten angesprochen: “Es wird so getan, als ob wir Kunst machen als Hobby. Das Rumgetrampel darauf, dass wir uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde nichts anderes, als dass man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: ‘Euer Kram ist nichts wert. Wir wollen das umsonst haben.” Den drastischen Regener in seiner ganzen Empörung über Klau an Künstlern können Sie hier hören:
www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html

Auch Drehbuchautoren wenden sich gegen die “demagogische Gleichsetzung von frei und kostenfrei.(…) Diese politische Verkürzung von Grünen, Piraten, Linken und Netzgemeinde dient lediglich der Aufwertung der User-Interessen, deren Umsonstkultur so in den Rang eines Grundrechtes gehievt werden soll.”
51 Tatort-Autoren haben einen offenen Brief veröffentlicht:
www.drehbuchautoren.de/nachrichten/

Die engagierte Initiative der Krimi-Autoren lautet “Ja, zum Urheberrecht”:
www.ja-zum-urheberrecht.com

Am 23. April ist “Welttag des Buches und des Urheberrechts”. Ich würde ihn gerne zum ‘Tag der Autoren’ machen, die die Schöpfer der Buchinhalte sind.
Ohne ihre Arbeit, ihr kreatives und handwerkliches Können gäbe es keine Bücher. Viele Buchhandlungen beteiligen sich mit besonderen Aktionen:
www.welttag-des-buches.de/de/135793

Im Tieger Blog sagt David Grossmann, warum er sich von seinen Figuren beim Schreiben gern wie vom Adler beim Genick packen lässt und Norman Mailer warum man beim Schreiben seinem Instinkt folgen soll:
www.autorinnen.de

Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Gerhild Tieger

P.S. Bitte besuchen Sie uns auch auf Facebook:
www.facebook.com/pages/Autorenhaus-Verlag/243241572436509

Norman Mailer äußerte einmal: „Beim Schreiben muss man seinem Instinkt folgen. Der Entstehungsprozess eines Romans ist nicht allein rational. Er muss zwar bis zu einem gewissen Grad rational sein, sonst gibt es ein Durcheinander, er muss jedoch auch instinktiv sein. Ein guter Roman hält die Balance. Und dann und wann riskiert man richtig was.“

Den Niedergang der Musikbranche durch illegale Downloads hat mancher Autor vor Augen, wenn nicht nur Piraten im Internet unter Freiheit vor allem Kostenfreiheit verstehen. Der Autor und Musiker Sven Regener wurde in einem Radio-Interview dazu ganz deutlich: “Es wird so getan, als ob wir Kunst machen als Hobby. Das Rumgetrampel darauf, dass wir uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde nichts anderes, als dass man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: ‘Euer Kram ist nichts wert. Wir wollen das umsonst haben.’” Jeder Urheber sollte Sven Regeners Rede hören:
www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html

Werkstatt für junge Literatur
Erstmals schreibt die Jugend-Literatur-Werkstatt Graz in Kooperation mit der IG Autorinnen Autoren (Österreich) für junge Autorinnen und Autoren fünf bis acht Stipendien für die Teilnahme an einem internationalen Workshop im Literaturhaus Graz aus.
Mit diesem Stipendium sollen junge AutorInnen aus Europa, die in deutscher Sprache schreiben, bei der Arbeit an ihrem ersten Buch gefördert werden.
Stipendium
Die von einer Jury ausgewählten StipendiatInnen werden eingeladen, sich vom 12. bis 16. September 2012 zum intensiven Erfahrungsaustausch und zu professioneller Textarbeit im Literaturhaus Graz zu treffen. Dabei werden sich vielfältige Möglichkeiten bieten, Kontakte untereinander und zu Fachleuten aus dem Literaturbetrieb zu knüpfen. Die intensive Textarbeit wird von erfahrenen WerkstattleiterInnen der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz moderiert. Als Gäste werden dabei u. a. Josef Haslinger (Deutsches Literaturinstut Leipzig – DLL), Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren) sowie Studierende des DLL erwartet, die auch in eigenen Workshops zum Erfahrungsaustausch und für Fragen zur Verfügung stehen.
Höhepunkt und Abschluss dieser Begegnung wird das »Fest der jungen Literatur« sein, das in Kooperation mit dem Literaturhaus Graz stattfindet. Einem größeren Kreis an Interessierten wird an diesem Abend Gelegenheit gegeben, junger deutschsprachiger Literatur auf Lesungen, Austellungen und in Gesprächen zu begegnen. Im Rahmen dieses Lesefestes werden auch die StipendiatInnen Ausschnitte aus ihren literarischen Projekten öffentlich präsentieren.
In der Folge werden Textausschnitte aus den ausgewählten Projekten zu einem Sammelband zusammengefasst, mit dem sich die StipendiatInnen selbst präsentieren können.
Das von der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz vergebene Stipendium inkludiert die kostenlose Teilnahme an den Workshops sowie ein Lesehonorar, zudem deckt es die Kosten für Fahrt, Unterkunft und den Sammelband ab.
Teilnahmebedingungen
Erwartet werden Bewerbungen von jungen AutorInnen, die
• in Europa wohnen und in deutscher Sprache schreiben
• 18 bis 26 Jahre alt sind, also zwischen 16.09.1985 und 12.09.1994 geboren wurden
• noch vor ihrer ersten Einzelpublikation stehen (das eingereichte Manuskript darf erst nach dem 31.10.2012 erscheinen)
•ein umfangreicheres literarisches Projekt einreichen, das die erste eigenständige Buchpublikation füllen würde
•ihre Arbeiten vollständig und gemäß den formalen Anforderungen bis zum Einsendeschluss am 31. Mai 2012 (E-Mail-Eingang bzw. Poststempel) einreichen
In Gruppenarbeit entstandene Texte können leider nicht angenommen werden.
Formale Anforderungen
Das erwarten wir von einer vollständigen Einsendung:
•Exposé über das geplante literarische Projekt (1-2 Seiten)
•20 Seiten Leseprobe (1 ½-zeiliger Abstand, min. 12 pt Schriftgröße, Format DIN A4)
•Beiblatt mit Name, vollständiger Postadresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum
(Einsendungen ohne dieses Beiblatt können leider nicht erfasst werden!)
•Die Textprobe und das Exposé dürfen weder den Namen des Autors/der Autorin noch Hinweise zur Identität enthalten, damit diese anonymisiert an die Jury weitergegeben werden können.
Einreichungen bitte möglichst per E-Mail an: stip@literaturwerkstatt.at oder
an unsere Postadresse: Jugend-Literatur-Werkstatt Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, Österreich
Jury und Ablauf
Die Jury besteht aus aus AutorInnen, Studierenden des DLL sowie erfahrenen WerkstattleiterInnen der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz. Zunächst wird eine Vorauswahl getroffen, und es werden alle EinsenderInnen verständigt. Die endgültige Entscheidung für die 5 bis 8 StipendiatInnen aus der engeren Auswahl wird rechtzeitig vor dem Workshop fallen, sodass noch entsprechende Reisebuchungen möglich sind. Die eingeladenen StipendiatInnen werden zugleich aufgefordert, von ihrem literarischen Projekt die ersten 80 Seiten vorab einzuschicken. Diese Texte werden rechtzeitig an die Beteiligten der Textarbeit verteilt, damit sich alle intensiv vorbereiten können.
Veröffentlichung der Texte
Mit ihrer Einsendung erklären sich die AutorInnen im Falle der Zuerkennung eines Stipendiums damit einverstanden, dass ihre Texte (in Ausschnitten) auch zur Dokumentation und Präsentation im Rahmen des Projektes »Werkstatt für junge Literatur« verwendet werden (Plakate im Literaturhaus Graz, Website der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz sowie der beteiligten Projektpartner, Abdruck im geplanten Sammelband). Die Verwertungsrechte an den Texten bleiben davon unberührt bei den jeweiligen AutorInnen.
Weitere Informationen:
Jugend-Literatur-Werkstatt Graz
Elisabethstraße 30
8010 Graz
Österreich
www.literaturwerkstatt.at
stip@literaturwerkstatt.at

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