Allgemein


Wie viele Schriftstellerkollegen haben Sie als Journalist begonnen, stellt Knut Henkel im Interview mit dem Schriftsteller fest, dessen Buch “Die Nacht der Erinnerung” vor kurzem erschienen ist:

“Der Journalismus war die Eingangstür zum Schreiben. Er ist eine gute Übung, denn dabei lernt man, hinzugucken und zuzuhören. Ich habe sehr früh begonnen, kleine Geschichten und Romane zu schreiben, habe mein erstes Buch selbst verlegt und mit dem Fahrrad vertrieben. Erst als ich freiberuflich für eine Zeitung arbeitete, lernte ich, diszipliniert und strukturiert zu arbeiten. Das ist eine gute Schule für den Schriftsteller.”

Nach jahrelanger Vorbereitung hat der türkische Nobelpreisträger Orhan Pamuk sein “Museum der Unschuld” in Istanbul eröffnet. Der gleichnamige Roman des Schriftstellers, der die Geschichte einer schmerzlichen Liebe erzählt, entstand gleichzeitig. Dennoch sagte Pamuk, sei es “nicht nötig, den Roman zu lesen, um das Museum genießen zu können”. Im Museum der Unschuld hat Orhan Pamuk Gegenstände ausgestellt, die im Roman eine Rolle spielen – das Gegenteil virtueller Welten. “Ich schrieb das Buch, während ich die Stücke besorgte, Schritt für Schritt”, erklärte Pamuk im Interview mit der BBC. Das viergeschossige Haus im Stadtteil Beyoglu hat der Schriftsteller selbst gekauft.

fragt Felicitas von Lovenberg den israelischen Schriftsteller David Grossmann in ihrem Interview für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

David Grossmann: “… ich weiß nie, wie sich eine Geschichte entwickeln wird, und das will ich auch nicht. Wenn ich das Ende schon kenne, dann bin ich es, der die Geschichte vorantreibt. Aber ich will ja selbst der Getriebene sein, ich möchte, dass die Figuren mich überraschen und mich betrügen und meine Grenzen überschreiten. Ich möchte, dass sie mich wie ein Adler beim Genick packen und woanders fallen lassen und sagen, so, richte dich hier ein. Es mag seltsam klingen, aber das macht mich glücklich. Am Morgen kann ich kaum erwarten aufzuwachen, weil ich weiß, es liegt ein neuer Tag vor mir, an dem ich acht, zehn Stunden lang etwas entdecken und herausfinden kann, von dem ich um acht in der Frühe noch nicht weiß, was es ist. Aber ich weiß, dass meine Welt bis zum Abend ein Stück größer geworden ist.”

Norman Mailer äußerte einmal: „Beim Schreiben muss man seinem Instinkt folgen. Der Entstehungsprozess eines Romans ist nicht allein rational. Er muss zwar bis zu einem gewissen Grad rational sein, sonst gibt es ein Durcheinander, er muss jedoch auch instinktiv sein. Ein guter Roman hält die Balance. Und dann und wann riskiert man richtig was.“

Den Niedergang der Musikbranche durch illegale Downloads hat mancher Autor vor Augen, wenn nicht nur Piraten im Internet unter Freiheit vor allem Kostenfreiheit verstehen. Der Autor und Musiker Sven Regener wurde in einem Radio-Interview dazu ganz deutlich: “Es wird so getan, als ob wir Kunst machen als Hobby. Das Rumgetrampel darauf, dass wir uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde nichts anderes, als dass man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: ‘Euer Kram ist nichts wert. Wir wollen das umsonst haben.’” Jeder Urheber sollte Sven Regeners Rede hören:
www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html

Werkstatt für junge Literatur
Erstmals schreibt die Jugend-Literatur-Werkstatt Graz in Kooperation mit der IG Autorinnen Autoren (Österreich) für junge Autorinnen und Autoren fünf bis acht Stipendien für die Teilnahme an einem internationalen Workshop im Literaturhaus Graz aus.
Mit diesem Stipendium sollen junge AutorInnen aus Europa, die in deutscher Sprache schreiben, bei der Arbeit an ihrem ersten Buch gefördert werden.
Stipendium
Die von einer Jury ausgewählten StipendiatInnen werden eingeladen, sich vom 12. bis 16. September 2012 zum intensiven Erfahrungsaustausch und zu professioneller Textarbeit im Literaturhaus Graz zu treffen. Dabei werden sich vielfältige Möglichkeiten bieten, Kontakte untereinander und zu Fachleuten aus dem Literaturbetrieb zu knüpfen. Die intensive Textarbeit wird von erfahrenen WerkstattleiterInnen der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz moderiert. Als Gäste werden dabei u. a. Josef Haslinger (Deutsches Literaturinstut Leipzig – DLL), Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren) sowie Studierende des DLL erwartet, die auch in eigenen Workshops zum Erfahrungsaustausch und für Fragen zur Verfügung stehen.
Höhepunkt und Abschluss dieser Begegnung wird das »Fest der jungen Literatur« sein, das in Kooperation mit dem Literaturhaus Graz stattfindet. Einem größeren Kreis an Interessierten wird an diesem Abend Gelegenheit gegeben, junger deutschsprachiger Literatur auf Lesungen, Austellungen und in Gesprächen zu begegnen. Im Rahmen dieses Lesefestes werden auch die StipendiatInnen Ausschnitte aus ihren literarischen Projekten öffentlich präsentieren.
In der Folge werden Textausschnitte aus den ausgewählten Projekten zu einem Sammelband zusammengefasst, mit dem sich die StipendiatInnen selbst präsentieren können.
Das von der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz vergebene Stipendium inkludiert die kostenlose Teilnahme an den Workshops sowie ein Lesehonorar, zudem deckt es die Kosten für Fahrt, Unterkunft und den Sammelband ab.
Teilnahmebedingungen
Erwartet werden Bewerbungen von jungen AutorInnen, die
• in Europa wohnen und in deutscher Sprache schreiben
• 18 bis 26 Jahre alt sind, also zwischen 16.09.1985 und 12.09.1994 geboren wurden
• noch vor ihrer ersten Einzelpublikation stehen (das eingereichte Manuskript darf erst nach dem 31.10.2012 erscheinen)
•ein umfangreicheres literarisches Projekt einreichen, das die erste eigenständige Buchpublikation füllen würde
•ihre Arbeiten vollständig und gemäß den formalen Anforderungen bis zum Einsendeschluss am 31. Mai 2012 (E-Mail-Eingang bzw. Poststempel) einreichen
In Gruppenarbeit entstandene Texte können leider nicht angenommen werden.
Formale Anforderungen
Das erwarten wir von einer vollständigen Einsendung:
•Exposé über das geplante literarische Projekt (1-2 Seiten)
•20 Seiten Leseprobe (1 ½-zeiliger Abstand, min. 12 pt Schriftgröße, Format DIN A4)
•Beiblatt mit Name, vollständiger Postadresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum
(Einsendungen ohne dieses Beiblatt können leider nicht erfasst werden!)
•Die Textprobe und das Exposé dürfen weder den Namen des Autors/der Autorin noch Hinweise zur Identität enthalten, damit diese anonymisiert an die Jury weitergegeben werden können.
Einreichungen bitte möglichst per E-Mail an: stip@literaturwerkstatt.at oder
an unsere Postadresse: Jugend-Literatur-Werkstatt Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz, Österreich
Jury und Ablauf
Die Jury besteht aus aus AutorInnen, Studierenden des DLL sowie erfahrenen WerkstattleiterInnen der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz. Zunächst wird eine Vorauswahl getroffen, und es werden alle EinsenderInnen verständigt. Die endgültige Entscheidung für die 5 bis 8 StipendiatInnen aus der engeren Auswahl wird rechtzeitig vor dem Workshop fallen, sodass noch entsprechende Reisebuchungen möglich sind. Die eingeladenen StipendiatInnen werden zugleich aufgefordert, von ihrem literarischen Projekt die ersten 80 Seiten vorab einzuschicken. Diese Texte werden rechtzeitig an die Beteiligten der Textarbeit verteilt, damit sich alle intensiv vorbereiten können.
Veröffentlichung der Texte
Mit ihrer Einsendung erklären sich die AutorInnen im Falle der Zuerkennung eines Stipendiums damit einverstanden, dass ihre Texte (in Ausschnitten) auch zur Dokumentation und Präsentation im Rahmen des Projektes »Werkstatt für junge Literatur« verwendet werden (Plakate im Literaturhaus Graz, Website der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz sowie der beteiligten Projektpartner, Abdruck im geplanten Sammelband). Die Verwertungsrechte an den Texten bleiben davon unberührt bei den jeweiligen AutorInnen.
Weitere Informationen:
Jugend-Literatur-Werkstatt Graz
Elisabethstraße 30
8010 Graz
Österreich
www.literaturwerkstatt.at
stip@literaturwerkstatt.at

Der Wettbewerb um das beste Sachbuch 2012 beginnt. In diesem Jahr werden der NDR Kultur Sachbuchpreises und der OpusPrimum Förderpreises der VolkswagenStiftung erstmals in Hannover verliehen. Für die Auszeichnungen, die mit insgesamt 25.000 Euro dotiert sind und zu den bedeutendsten Preisen für Autoren und Verlage dieses Genres im deutschsprachigen Raum zählen, können noch bis zum 31. August Bücher eingereicht werden.

Der von der Volkswagen Stiftung ausgelobte OpusPremium Förderpreis in Höhe von 10.000 Euro richtet sich an junge, wissenschaftlich orientierte Sachbuchautoren, die in der Regel nicht älter als 35 Jahre sein sollten. Ausgezeichnet wird eine deutschsprachige Publikation von hoher wissenschaftlicher Qualität, die auch einem breiten Publikum verständlich sein muss.Der NDR Kultur Sachbuchpreis ist für das beste in deutscher Sprache erschienene Sachbuch ausgeschrieben und mit 15.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wird eine herausragende Autorenleistung, die gesellschaftlich, kulturell und wissenschaftlich relevante Themen für ein großes Publikum öffnet und zum Diskurs anregt.

Für den NDR Kultur Sachbuchpreis und den Förderpreis der VolkswagenStiftung dürfen Bücher mit einem Erscheinungsdatum zwischen dem 1. September 2011 und dem 30. September 2012 eingereicht werden.
Mehr hier: http://www.ndr.de/ndrkultur/sachbuchpreis/index.html

für Sie. Was meinen Sie damit?” hat der Literaturkritiker und Schriftsteller Jörg Magenau den französischen Bestsellerautor anlässlich des Erscheinens von ‘Windows on the World’ (Verlag Ullstein) im börsenblatt gefragt:

“Schreiben ist niemals völlig wahrhaftig. Es kann sein, dass man die Wahrheit erzählen will und aufrichtig glaubt, das zu tun, aber trotzdem schafft man es irgendwie, die besten Ansichten von sich zur Geltung zu bringen und die hässlichen Seiten zu verbergen. Insofern könnte man auch sagen, dass ich mich hinter dem 11. September verstecke.”

Was läßt sich mit literarischer Imagination erreichen?

“Manchmal ist Einbildungskraft der einzige Weg, um die Wahrheit herauszufinden und Fiktion die beste Möglichkeit, um die Wirklichkeit zu beschreiben.”

fand ich in Sebalds Gedicht “Trigonometrie der Sphären”:


“Und vergiss nicht sagte er einmal
aus dem Sternzeichen des Widders
trägt der Nordwind das Licht
in die Apfelbäume.”

aus: Über das Land und das Wasser, Carl Hanser Verlag

“Wenn ich nichts mehr zu verbergen hätte, dann würde ich nicht mehr schreiben.”

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