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Angela Schader befragte die Autorin des Romans „Das geträumte Land“ u.a. wie sie dazu kam, sich in die sehr verschiedenen Charaktere ihres Romans einzufühlen:

Ihr Roman spielt zur Zeit der Subprime-Krise, und dieser Banker ist ein grosses Tier bei Lehman Brothers. Sie haben ihn und seine schwierige Ehefrau sehr einfühlsam gezeichnet. Hätten manche Leser nicht lieber einen Buhmann gehabt?

„Die Leute waren überrascht darüber, denn was hätte nähergelegen – wer ist leichter zu hassen als ein Banker von der Wall Street? Auch für mich war es nicht einfach, zu dieser Darstellungsweise zu kommen. Das war eine weite Reise. Ich solidarisierte mich natürlich unmittelbar mit Jende und Neni, meinen afrikanischen Figuren.
Und dann sagte ich mir: „Moment mal, kann ich nur Sympathie und Einfühlungsvermögen für Menschen aufbringen, die sind wie ich? Ich muss die auf der anderen Seite genauso behandeln.“ Das fiel mir nicht leicht, aber es war ein wichtiger Teil meiner schriftstellerischen Entwicklung. Ich musste mich meinen eigenen Vorurteilen stellen – davon hatte ich eine ganze Menge – und erkennen, wie sehr sie meinem Schreiben im Weg standen.“
aus dem Gespräch, das Angela Schader mit Imbolo Mbue führte: „Der amerikanische Traum ist in Gefahr“ Neue Zürcher Zeitung 11.4.2017

Marius Leutenegger hat den vielseitigen und erfolgreichen Schweizer Schriftsteller Hans-Rudolf Lehmann alias Lukas Hartmann im Interview gefragt wozu er sein Pseudonym braucht:

„Ich habe einen Doppelnamen, in meinem Pass ist Lukas Hartmann als Schriftstellername eingetragen. Er ist meine zweite Haut und entstand zum einen aus dem Wunsch heraus, Identitäten auszuprobieren, zum anderen hat er einen praktischen Hintergrund: Ich schrieb einst Reportagen für die Weltwoche, die in direktem Zusammenhang mit meiner Arbeit mit straffälligen Jugendlichen standen. Man riet mir, die Reportagen nicht unter meinem bürgerlichen Namen zu veröffentlichen, und ich musste rasch ein Pseudonym wählen.“
aus: Marius Leutenegger „Die Stoffe wählen mich“ – Lesen 3/2016

Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan wurde im August 2016 als angeblich Terrorverdächtige in ihrer Wohnung festgenommen und bis Dezember im Gefängnis gefangen gehalten. Ihre Wohnung wurde stundenlang durchsucht, ihr PC mitgenommen, ihr Pass wurde ihr weggenommen.
Veronika Hartmann hat die Schriftstellerin in einem ausführlichen Interview gefragt:

Viele Ihrer Bücher scheinen autobiografisch zu sein. Sind sie es auch?

„Ich bin meine eigene Erzählerin. Ich bin das nicht selber, aber gleichzeitig auch niemand anderes. Ich sehe mich wie eine Schale, aus der eine Stimme herauskommt. Eine Figur entsteht, daraus wird ein Buch, und dann bleibt die leere Schale zurück. Bei jeder Geschichte entsteht ein anderes Ich.“
aus „Im Gefängnis war ich eine andere“ – Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan (Die Stadt mit der roten Pelerine) spricht über ihre viermonatige Haft und ein Land im Zustand der totalen Verunsicherung“ – Neue Zürcher Zeitung 28.1.2017

O wie Originalität
„Autorenschaft wird unterschätzt. Leider auch der Idealismus, der damit einhergeht. Die Menschen lesen nicht mehr, können sich nicht mehr konzentrieren, nicht für drei Minuten, sie werden denkfaul – letztendlich ist das die Ursuppe der Fake News.“
Jörg Harlan Rohleder hat zusammen mit dem 86jährigen Schriftsteller ein Alphabet erstellt: „Wenn der letzte Dandy der Literatur ein Buch über Sprache schreibt“, Focus 17/2017

hat die Schriftstellerin, die aufgrund Erbkrankheit jung starb, so erklärt:

„I write because I don’t know what I think until I read what I say.“

von Flannery O’Connor erschienen in deutscher Sprache: „Kreis im Feuer“, „Das brennende Wort“, „Die Gewalt tun“

Zum 90. Geburtstag von Martin Walser gratuliert Kollege und Büchnerpreisträger Arnold Stadler seinem Freund und mit Schreiben und Singen:

„So wie das Singen ist auch das Schreiben ein Schmerz- und Lebensmittel. Ein: Mich-schmerzt-dein-Schmerz-Singen. Also etwas jenseits vom bloßen Inhaltstransport und Informationsgelüst. Und was Walser singt, ist: Ja und nicht Nein. … Walser ist einer von ihnen, die schreibend aufs Schönste JA gesagt haben, auch zum Ja-Sagen-Wollen. Der Schmerz ist der Grundriss zu Walsers Werk.
(…) Der Schriftsteller, den ich meine, hat eine Wunde, aus der es weiterblutet, erinnerungsweise. Die Erinnerung ist eine Bluterkrankheit. Und Literatur ist „ich schreibe, also bin ich“. Walsers Werk ist das eines ganzen Jahrhunderts, und darüber hinaus. (..) Selig der Schriftsteller, dessen Schmerz zur Sprache wurde.“
Arnold Stadler „Das große Ja“ – Focus 12/2017

im Kern das Teilen von Erfahrung, das Teilen von Lebenserfahrung. Es erzählt davon, wie man die Welt sieht und das Leben erfährt, wie man eine höchstpersönliche Erfahrung auf eine höchstpersönliche Weise ausdrückt. Erfahrung teilen kann ich auch als Jogalehrer. Die Energie, die aus der Begegnung mit den Leuten entsteht, die auf ihren Yogamatten vor mir sitzen, ist ähnlich wie die im Theater, wo ich ebenfalls versuchen muss, aus der vorhandenen Energie etwas Lustvolles zu entwickeln. Das Wichtigste an der Theaterarbeit ist die Freude. Wenn ein Schauspieler oder ein Mitarbeiter keinen Bock auf die Probe hat, läuft etwas falsch. Es muss Lust herrschen, etwas zu kreieren, so wie eigentlich jeder einzelne in unserer Gesellschaft Lust haben sollte, durch den Tag zu kommen und seine Arbeit zu machen.“
Der belgische Theatermacher ist seit 2009 leitender Regisseur des Thalia-Theaters und – Yogalehrer
Magazin der Frankfurter Allgemeine Zeitung März 2017

… gehört zum Beruf, das Mitleiden mit den Figuren in ihren Dramen und Tragödien und immer wieder Blut und Tränen, damit den Lesern beim Blättern nicht die Finger einschlafen. Die Nachfrage an raffinierten Plots, noch nie beschriebenen Qualen ist groß. Die besten Werke entstehen, wenn der Autor mitfühlt, was er seine Helden durchleiden lässt und was er selbst gerne lesen würde, empfiehlt Bestsellerautor Larry Beinhart und zeigt Schritt für Schritt, wie mitreißende Kriminalromane und Thriller entstehen.
Larry Beinhart: Crime – Kriminalromane und Thriller schreiben, 235 Seiten, Dritte Auflage, 16,80 Euro versandkostenfrei.

Die Aufgabe von Drehbuch- und Romanautoren ist Empathie für Opfer wie auch Täter nicht zu verlieren und Grenzen zu überschreiten. Arnon Grünberg meinte einmal in einem Interview: „Dort, wo die Scham ins Zentrum rückt, wird es auch am interessantesten“, und seine Quellen sind oft autobiografisch. „Jedem Autor und jedem, der ein Autor werden möchte, wurde ein großes Thema geschenkt: die Geschichte seines Lebens und des Lebens seiner Familie, seiner Umgebung. Es kommt nur darauf an, ob er von diesem Geschenk Gebrauch machen kann oder nicht“, sagte Marcel Reich-Ranicki. Das Buch zum Thema:
„Erinnerungen und Autobiografie schreiben“ von Judith Barrington hat einen zusätzlichen Anhang zum Persönlichkeitsrecht, wichtig für alle die Familienszenen und Erlebnisse aus dem Freundeskreis schildern möchten, 175 Seiten, nur 14,90 Euro.

Feuer bringt’s: Expressives Schreiben, auch automatisches Schreiben wie es die Dadaisten nannten, ist für Schriftsteller ein Weg ins Unbewusste und wird oft zur künstlerischen Anregung genutzt. Eckart von Hirschhausen erwähnt die Methode in „Wunder wirken Wunder“ als Möglichkeit der Selbsttherapie. Jeden Tag 15 Minuten konzentriert schreiben – macht gesund! Zum automatischen Schreiben ohne Grenzen gibt Nathalie Goldberg in ihrem Buch „Schreiben in Cafés“ eine Fülle von Anregungen. „Ein ganz wunderbares Buch über das Schreiben, das hoch motiviert, immer den Stift in der Hand zu halten und zu schreiben, egal ob man Laie, Autodidakt oder professioneller Schriftsteller ist.“ Radio Berlin Brandenburg. Es ist wieder erhältlich, Sie können es gleich hier bestellen: „Schreiben in Cafés“, 200 Seiten, Hardcover, Lesebändchen, nur 18 Euro versandkostenfrei.

Unsere Autorin Anna Basener hat ein neues Unterhaltungswerk im Verlag Bastei-Lübbe veröffentlicht. Ihr Roman „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“ ist gerade erschienen. Sie hat ihr Studium in Hildesheim mit dem Schreiben von Romanheften finanziert und war laut ZEIT die „erfolgreichste Groschenromanautorin Deutschlands“.
„Heftromane schreiben und veröffentlichen“ gilt, so der Deutschlandfunk, als Standardwerk. 186 Seiten, Hardcover, 16,80 Euro versandkostenfrei.

In ihrem dritten Roman „Wald“ erzählt die österreichische Schriftstellerin von einer Frau, die sich mit einem eigenen Modelabel selbständig macht, Erfolg hat, aber dann alles, Liebhaber, Salon, Luxusleben und Status verliert. Sie flüchtet vor den Schulden und ihrer persönlichen Niederlage in das heruntergekommene Haus ihrer verstorbenen Tante in einem Dorf und versucht, ohne Geld zu überleben. Alexandra Kedves fragt die Wiener Autorin wie sie ihre weiblichen und männliche Charaktere glaubwürdig macht:
Ist es einfacher als Frau über Frauen zu schreiben?
„Frauen machen den Hauptanteil der Leserschaft aus. Wenn man eine Frauenfigur konzipiert, muss die zur Identifikation oder zur Abgrenzung einladen.
Wenn ich über einen Mann schreibe, lasse ich von Männern gegenlesen, als Check.“

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