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und den Drehbuchautor Peter Straughan hat der Schriftsteller John le Carré für den Film mit dem deutschen Titel ‘König Dame As Spion’ nach seinem Roman ‘Tinker Tailor Soldier Spy’ gegeben. Großzügig stellte er eine einzige Bedingung:

“Verfilmen Sie nicht den Roman. Den gibt es schon. Machen Sie etwas Eigenes. Ansonsten werde ich Sie nicht stören.”

“Sobald ich genügend Informationen für die Story bieinander habe, setze ich mich an den Laptop, mache mich ans Schreiben und trinke dazu viel Grüntee. Eine disziplinierte Regelmäßigkeit hilft mir, den roten Faden nicht zu verlieren. Mehrere Monate lang arbeite ich von Montag bis Sonntag, bis die Erstfassung steht. Dann lasse ich das Manuskript einige Wochen ruhen, um es danach mit der nötigen Gnadenlosigkeit zu überarbeiten. Nach zwei bis drei Korrekturdurchgängen, die in erster Linie aus Straffen und Verdichten bestehen, schicke ich den Text meiner Lektorin. Zu ihrem Leidwesen habe ich eine Affinität zu Adjektiven. Immer wieder muss sie mich überzeugen, dass vielsilbige, blumige Begriffe das Lesetempo hemmen, womit sie natürlich Recht hat. Das Streichen schmerzt trotzdem.”
Mitra Devi hat die Züricher Detektivin Nora Tabani für ihre Krimiserie kreiert, zuletzt erschien 2011 ‘Das Kainszeichen’.

“Die Kindheit ist, wie wir alle wissen, der Getreidespeicher, von dem ein Schriftsteller, wenn er erwachsen ist, sein Brot bäckt. Von dem Tag an, an dem ein Schriftsteller aufhört, dem Kind in sich zuzuhören, gehört er dem Feind.”
aus: ‘Goethe ginge heute auf die Barrikaden’, FAZ 29.8.2011

Im Interview mit Angela Schader in der Neuen Züricher Zeitung: “Die Sorge, das eigene Werk zu verraten” äußert sich der Schriftsteller über seine Einstellung zu früheren seiner Bücher:

“Es fällt mir schwer, mich in die spezifische Stimmung zurückzuversetzen, in der ich meine früheren Bücher geschrieben habe. Wenn ich diese Texte wieder ansehe (was ich nur selten und dann aus spezifischen Gründen tue), kann ich manchmal Bewunderung für den sprachlichen Stil fühlen, aber ich empfinde sie als Bücher, die ich – so wie ich jetzt, in der Gegenwart bin, keinesfalls schreiben könnte. Sie haben mich hinter sich zurückgelassen, oder ich habe sie hinter mir zurückgelassen. Deshalb zögere ich auch, sie in der Öffentlichkeit zu interpretieren, denn ich fürchte, sie zu verraten.”

“Ein Wort ist immer auch Passwort und eine gute Erzählung immer auch Geleitbrief. Sprache ist Übergang. Der Aufenthaltsort des Schriftstellers ist der Bereich zwischen Welt und Wort. Man steht in der Öffnung und richtet sich in der Offenheit ein – wie Philipp Erlach, der Protagonist in ‘Es geht uns gut’, dessen Lieblingsplatz die Schwelle des geerbten Hauses ist, nicht draußen, aber auch nicht drinnen. Ob als Mensch im Allgemeinen oder als Schriftsteller im Speziellen: man kommt nie ganz hinein (ins Leben), nie ganz durch (im Leben) und findet sich ständig seiner Grenzen belehrt. Doch wenn wir auch wissen, dass auf den Tag die Nacht folgt und auf den Sommer der Herbst, dass der Menschen Tage wie Gras sind und wir sterben müsen und dass selbst die Sterne verglühen. Wir versuchen trotzdem, hinüberzukommen, hineinzukommen, als Schreibende, als Reisende: in die Erkenntnis des Unbekannten.”
aus seiner Dankesrede zur Verleihung des Literaturpreises der deutschen Konrad-Adenauer-Stiftung 2011
von Arno Geiger erschien 2011 im Hanser Verlag ‘Der alte König in seinem Exil’

“Bis der erste Satz sitzt, ist es oft ein langer Weg. Ich erinnere mich an viele solche Momente. Den ganzen Vormittag hatte ich nicht eine Idee für den ersten Satz, dafür wanderte ich alle paar Minuten vom Arbeitszimmer in die Küche und warf jedes Mal ein paar Trauben in den Mund. Erst am Nachmittag fiel mir auf, dass alle Trau- bendolden ihre Früchte los waren. Die Bauchkrämpfe zwangen mich zu einem Spaziergang auf den Goldberg, von wo aus ich einen schönen Vogelblick auf die Stadt Winterthur habe, die in fünf Tälern liegt. Meinen ursprünglich gedachten Text konnte ich an dem Tag nicht schreiben, auch nicht eine Geschichte über zu viel Traubenessen. Dafür konnte ich die Atmosphäre dieses Tages beobachten, die eine Quelle der Inspiration war. Irgendwann gelang es mir dann doch, den ersten Satz zu finden.”
Ob dem kurdischen Autor dies bei seinem Buch “Hochzeitsflug” (Limmat) so geschehen ist?

“Es ist gefährlich, weil man Menschen ständig beobachtet, um zu sehen, wie sie sich verhalten. Man studiert Menschen, ohne dass sie es bemerken. Und mit Kindern ist es so, wie im ‘Buch der Kinder’: Jemand, der schreibt, schliesst sich allein in einem Raum ein und redet nicht mit seinen Kindern oder liest ihnen vor. Natürlich versucht man beides, aber man führt auch so eine Art geheime Existenz und fühlt sich etwas unehrlich – obwohl ich nicht weiss, warum. Man hat das Gefühl, zwei Personen zu sein, aber die Leute kennen nur eine davon. Romane sind ein gefährliches Unternehmen.”

(…) “Ich hatte einen Freund in Cambridge, der mir in einem Gespräch über D.H. Lawrence sagte: “Schreiben ist eine Form der Machtausübung.” Beim Schreiben lässt sich das Muster der Welt nach eigenem Belieben neu ordnen. Ich habe mich sehr bemüht, keine wirklichen Menschen in meine Romane einzuarbeiten, ich mische gern verschiedene Leute.”
aus: “Ich denke mit den Fingern”, einem Interview, das Marion Löhndorf mit der Schriftstellerin anlässlich der deutschen Ausgabe ihres neuesten Romans “Das Buch der Kinder” führte.

Angela Schader fragt den studierten Mathematiker, Schriftsteller und Maler Mahin Binebine aus Marokko danach, was ein Roman mit Mathematik zu tun hat und erhält die Antwort:
“… was macht man in der Mathematik? Man beginnt bei Punkt A, kommt bei Punkt B an, und der Weg dazwischen entwickelt sich in einem durch gewisse Bedingungen eingeschränkten Raum. Ein Roman ist genau das. Zudem strukturiert die Mathematik das Denken, gibt eine klare Sicht, man weiss, wohin man geht – viele Mathematiker sind eigentlich Dichter.”, sagt der Schriftsteller, der schon als Junge davon träumte “ein Sänger und Herzensbrecher wie Abdel Halim Hafez” zu werden.
aus: “Ich bin in einem Topf roter Farbe geboren” NZZ 2.12.2011

fragt die Interviewin Sabine Schmidt den Hamburger Journalist,Tobias Gohlis. Er gründete die Krimibestenliste, in der jeden Monat die zehn besten Krimititel unter den Neuerscheinungen veröffentlicht werden.

Was muss ein Buch haben, damit Sie es zu einem guten Krimi erklären?

“Friedrich Ani hat einmal gesagt, der Krimi sei eine Sache auf Leben und Tod. So sehe ich das auch. Für mich ist ein ausschlaggebendes Kriterium, dass der Autor sich ernsthaft mit seiner Thematik auseinandersetzt. Dazu gehört auch, dass der Plot und die ästhetischen Mittel stimen müssen. Zum Bepiel das Thema Gewalt: Wenn ein Opfer mit Säure übergossen und in seinen Eingeweiden herumgestochert wird, nur weil der Autor so die Konkurrenz überbieten will, halte ich das in der Regel nicht für gute Krimiliteratur. Ander sieht es aus, wenn jemand Folter beschreibt und damit auf Praktiken realer Geheimdienste hinweist, wenn Gewalt also in einem politischen und moralischen und damit auch ästhtisch sinnvollen Zusammenhang steht.”

“Ein Schriftsteller sollte über die Dinge schreiben, die er kennt. Ich habe zwei Romane über das Fernsehen geschrieben, weil ich dort gearbeitet habe. Ich habe einen Roman über ein französisches Dorf geschrieb, weil ich das Leben dort kenne. Ich stamme aus einer jüdischen Familie, also war es sinnvoll, auch darüber zu schreiben.”
Entnommen dem Interview “Täglich drei Seiten, sonst gabs Prügel”, das Reto E. Wild und Ralf Kaminski mit der Familie des Autors führten. Von Mutter, Vater und Tochter Lewinsky sind in diesem Herbst Bücher erschienen.

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