ist die Schriftstellerin, wie sie sagt, mit einer von ihr geschaffenen Figur, wenn ihr eine Idee kommt, was sie „dieser Person noch gut aufpacken“ kann als Eigenheit oder Eigenart. Patrick Bahners und Sandra Kegel haben mit der Schriftstellerin über ihre Arbeit gesprochen und sie nach einem Ritual beim Schreiben gefragt:

„Wissen Sie, worauf ich mich freue? Morgens nach dem Frühstück gucke ich das vom Vortag Ausgedruckte an und korrigiere. Das habe ich geschrieben – und ich kann mich satt zurücklehnen und es besser machen. Darauf freue ich mich. Davon abgesehen, ist das Schreiben kein Ritual mit festen Zeiten. Ich muss immer gucken: Wo finde ich eine zeitliche Lücke? … Es ist der Wunsch, etwas in eine Ordnung zu bringen, die ich bestimme. Eine Konstruktion oder Komposition. Dass man etwa eine Person konstruiert, indem man ihr Grenzen setzt und Möglichkeiten gibt. Das hat auch mit Macht zu tun, nicht nur Personen, sondern auch Landschaften gegenüber. Wo setzt man Landschaft ein?“

Sie bemächtigen sich der Landschaft ähnlich wie der Person?
So weit würde ich nicht gehen, aber ich kann bestimmen, wie ich sie einsetze, ich kann bestimmen, wann jemand in den Wald geht. Wann wird sie dominierend, wann erregt sie auch eine Resonanz in der Person, die sie wahrnimmt?“

aus: Patrick Bahners und Sandra Kegel: „Dann gehen die Lichterchen der Wahrnehmung an“ Frankfurter Allgemeine Zeitung 17.3.2018