Im Magazin der Buchhandlungen „Lesen“ 4/17 hat Marius Leutenegger den Thriller-Autor Sebastian Fitzek interviewt und ihn gefragt:
Es gibt unzählige Ereignisse, die Sie zu Romanen inspirieren könnten. Welche Nachrichten wecken Ihr Interesse?

„Solche, die eine persönliche Betroffenheit auslösen. (…) Ich habe einen einfachen Mechanismus: Ich schreibe eine Idee nicht auf, und wenn sie wieder und wieder anklopft, will sie offenbar verwirklicht werden.“

Sie sprechen sehr freimütig über Ideen – haben Sie keine Angst, sie könnte Ihnen geklaut werden?

Nun, Ideen lassen sich bei uns ja nicht schützen, insofern ist sie noch nichts wert. Ich rede gern über meine Ideen, das gehört für mich zum Entstehungsprozess. Rückmeldungen bringen mich weiter. (…)

(…) Letzlich ist alles schon einmal geschrieben worden. Aber die Figuren sind nie auserzählt. Menschen haben heute andere Probleme als vor 500 Jahren, und neue Entwicklungen bieten neue Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen. Sind die Figuren relevant und die Umstände interessant, wirkt ein Setting nie ausgelutscht.

Entwerfen Sie Ihre Geschichte am Reissbrett?

Habe ich mich für eine Geschichte entschieden, entwerfe ich ein Exposé von 10 bis 20 Seiten – eine grobe Zusammenfassung der Handlung, derCharaktere, ihrer Motive und Konflikte. Dann beginne ich mit dem Scheibprozess, der in der Regel etwa drei Monate dauert und mich voll in Beschlag nimmt – ich bin dann sozial sehr inkompatibel.
Habe ich etwa 80 Seiten verfasst, löse ich mich aber meist komplett vom Exposé. Das hat damitzu tun, dass die Figuren ein Eigenleben entwickeln und ich zu ihrem Beobachter werde.