… mit dieser Aufforderung auf einem Aushang hatte der brilliante Schriftsteller und Philosoph die Bücherberge, die er verschenken wollte, versehen. In der Universität lagen sie auf Tischen gestapelt zum kostenlos Mitnehmen. Und schon in kurzer Zeit waren die Bücher in den Händen dankbarer Interessenten. Vorher hatte Ecco es schwer mit dem Bücherverschenken, Krankenhäuser und Gefängnisse hatten Bedenken, der Lesestoff könnte unpassend auf die Menschen in ihrer Institution wirken.

Auf die Frage der Schriftstellerin und Journalistin Felicitas von Lovenberg welches Buch er „mit ins Grab“ nehmen würde, meinte Umberto Ecco:
„Sagen wir lieber: auf eine einsame Insel. Das Telefonbuch – all die Namen, die mir Geschichten einflüstern würden …

Aber Telefonbücher sind doch mit die ersten, die vom Internet überflüssig gemacht werden.
„Das ist doch der Grund, eines einzupacken: Es ist die Inkunabel der Zukunft!“

Der grosse Büchersammler Umberto Ecco starb vor zwei Jahren am 19. Februar 2016 im Alter von 86 Jahren.
Felicitas von Lovenberg „Sind Sie der ideale Leser, Signore Eco?“ – Frankfurter Allgemeine Zeitung 11.12.2010