Eine ganze Seite hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung dem Beruf des Lokalreporters bei der Osnabrücker Zeitung, Werner Hülsmann, gewidmet. Und Jan Grossmann hat einen Bericht darüber geschrieben – für alle, die sich für den Journalismus interessieren. Hier die 1. Passage von insgesamt 14:

„Ein Reporter ist etwas Besonderes. Er geht raus in die Welt, um anderen davon zu erzählen.
Der Reporter will nichts beweisen, niemanden überzeugen, er will etwas erfahren.
Der Reporter ist nicht Partei, sondern wie ein Vogel, der über die Welt fliegt und sie überblickt – und wie ein Frosch, der von ganz unten schaut. Er erzählt den Falken und Adlern oben dann die Geschichten von unten – und den Würmern und Hunden unten vom Fliegen. Er erzählt den Rechten von den Linken und den Bunten von den Schwarzweißen.
Der Reporter ist nicht an Macht interessiert, sondern an echten Geschichten, am Erzählen, am Mitteilen, am Gespräch.
Der Reporter ist etwas anderes als die vielen Schreiber, die wir alle sind. Er postet nicht, er teilt nicht s i c h mit, sondern seine Wahrnehmung von der Welt – das, was er sieht und bezeugen kann.
Reporter sind vom Aussterben bedroht.
Die Verlage müssen sparen.
Es ist günstiger, Texte aus Informationen zu formen.
Man kann sie aus dem Netz saugen, sie mit etwas Polemik oder Meinung anreichern.
Es ist aufwendiger, rauszufliegen und das Leben dort, wo es ist, zu beobachten.“

Jan Grossarth: Der letzte Reporter – Frankfurter Allgemeine Zeitung 29.9.2017