Ist das Schreiben schwere Arbeit für Sie?

„Nein, dieses Ringen ist ja auch ein grossartiges Vergnügen. Ich denke nie, dass das Schreiben von Romanen anstrengend ist. Anstrengend ist, wenn du nicht weiterkommst. Wenn du das nicht schaffst, was du willst. Das einzige Anstrengende ist, den Roman zu beenden. Alle Worte an den richtigen Platz zu bringen. Over and over again. Man ist so müde am Schluss.
Dieses Vollenden ist eine der Hauptleistungen, die man als Schriftsteller bringen muss, und dass man diese Arbeit gerade dann machen muss, wenn man am wenigsten dazu fähig ist, nämlich geistig schon völlig erschöpft, finde ich immer wieder ein bisschen pervers.“
Bernadette Conrad „Die Quellen von Literatur sind unsichtbar“ – Neue Zürcher Zeitung 19.12.2015