„Ich blicke mit Fragen in die Welt und schreibe Romane, weil ich Dinge nicht weiss. Viele Schriftsteller schreiben aus der Ungewissheit heraus, um das dunkle Gebiet menschlicher Erfahrung zu erkunden. Gleichzeitig schreibe ich aber ah politische Kolumnen. Das ist das Gegenteil vom Romanschreiben. Hier gehe ich von Gewissheiten und Überzeugungen aus, von demokratischen Werten und klaren Ideen, was für eine Gesellschaft ich mir wünsche. In meinem Kopf müssen sich der zweifelnde Schriftsteller und der überzeugte Kolumnist den Platz teilen. Dabei ist der Platz des Kolumnisten aber viel kleiner.“

Martina Läubli hat den kolumbianischen Schriftsteller und Übersetzer zu Thema Gewalt in der Literatur befragt:

„(…) Romane sollten nicht dasselbe tun wie guter Journalismus oder historische Essays. Die Literatur muss immer Umwege gehen. In politischen und sozialen Konflikten gibt es immer eine unsichtbare Seite; innere moralische, emotionale Dimensionen. Ein Roman kann die unsichtbaren Dinge sichtbar machen. Dann offenbart sich eine Wahrheit, die nur durch Imagination erschlossen werden kann.“
Martina Läubli „Schreiben ist eine Form der Erinnerung“ – eng 3.6.2017