Wie steht es um die Dichtung in Deutschland? Und wie sieht die finanzielle Situation derjenigen aus, die Lyrik schreiben und auf die Bühne bringen? 19 Lyrikfestivals, Lesereihen, Vermittler und Dichter aus ganz Deutschland haben sich Mitte Mai in Caputh zu diesen Fragen versammelt und Forderungen an die Politik diskutiert. Sie betonten dabei: Lyrik ist eine eigenständige Kunst. Der Tagung voraus ging eine Umfrage zur Einkommenssituation der Dichterinnen und Dichter in der Bundesrepublik, die das Haus für Poesie beauftragt hatte.

200 Dichterinnen und Dichter haben den Fragebogen erhalten, 114 haben geantwortet. Drei Viertel der Befragten leben mit einem Jahresbruttoeinkommen unter dem Bundesdurchschnitt von 32.486 Euro (nach statista.de, gearbeitet wird mit Angaben aus dem Jahr 2015). Für 77 Prozent liegen die Einnahmen aus schriftstellerischer Tätigkeit jährlich bei 10.000 Euro oder weniger. 45 Prozent derjenigen, die neben der schriftstellerischen Arbeit keiner weiteren Tätigkeit nachgehen, liegen mit ihrem Einkommen unter der Armutsgrenze, die bei 11.759 Euro im Jahr liegt.

Studie (PDF)