Angela Schader befragte die Autorin des Romans „Das geträumte Land“ u.a. wie sie dazu kam, sich in die sehr verschiedenen Charaktere ihres Romans einzufühlen:

Ihr Roman spielt zur Zeit der Subprime-Krise, und dieser Banker ist ein grosses Tier bei Lehman Brothers. Sie haben ihn und seine schwierige Ehefrau sehr einfühlsam gezeichnet. Hätten manche Leser nicht lieber einen Buhmann gehabt?

„Die Leute waren überrascht darüber, denn was hätte nähergelegen – wer ist leichter zu hassen als ein Banker von der Wall Street? Auch für mich war es nicht einfach, zu dieser Darstellungsweise zu kommen. Das war eine weite Reise. Ich solidarisierte mich natürlich unmittelbar mit Jende und Neni, meinen afrikanischen Figuren.
Und dann sagte ich mir: „Moment mal, kann ich nur Sympathie und Einfühlungsvermögen für Menschen aufbringen, die sind wie ich? Ich muss die auf der anderen Seite genauso behandeln.“ Das fiel mir nicht leicht, aber es war ein wichtiger Teil meiner schriftstellerischen Entwicklung. Ich musste mich meinen eigenen Vorurteilen stellen – davon hatte ich eine ganze Menge – und erkennen, wie sehr sie meinem Schreiben im Weg standen.“
aus dem Gespräch, das Angela Schader mit Imbolo Mbue führte: „Der amerikanische Traum ist in Gefahr“ Neue Zürcher Zeitung 11.4.2017