Erik Brühlmann fragte den Wissenschaftler und Autor:

Genoss Science-Fiction-Literatur früher einen besseren Ruf als heute, wo sie gerne in die Ecke der Trivialliteratur gestellt wird?
„Science Fiction war immer Unterhaltungsliteratur. In der traditionellen literarischen Zweiklassengesellschaft stand sie immer eine Stufe unter Shakespeare, Goethe und den anderen Literaten. Das war zu Zeiten von Jules Verne nicht anders, als es heute ist.“

„Das Genre an sich ist schwierig zu definieren. Was sind die Grundtaten?
… „Für mich gehört immer die Auseinandersetzung mit künftigen oder alternativen Gesellschaften dazu.“

Was treibt einen Schriftsteller dazu, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen?
„Eine Motivation war und ist es, die bestehenden Gesellschaftszustände mit künftigen Idealvorstellungen zu vergleichen. Oder anders gesagt: Man will sich kritisch mit dem Ist-Zustand einer Gesellschaft auseinandersetzen, indem man eine bessere und makellose Zukunftswelt imaginiert. Eine andere Motivation ist es, das Publikum warnen zu wollen: Was kann passieren, wenn diese oder jene Entwicklung ungehindert so weitergeht?“
Mateusz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des SNF-Forschungsprojekts „Conditio Extraterrestris“ von Professor Philipp Theisohn