Der Autor erhielt den Joseph-Breitbach-Preis für seine dreibändige Kafka-Biographie. Reiner Stach macht sich in seiner Dankesrede Gedanken über die unterschiedlichen Ansprüche an die Arbeit eines Biografen:

„Einige Rezensenten … verlangen, eine anständige Biografie sollte so gut (sprich unterhaltsam) wie möglich geschrieben sein.

Andere Kritiker hingegen fordern, ein Biograph müsse mit neuen Erkenntnissen kommen oder es lieber gleich sein lassen.

Wieder andere sagen, der Biograph solle vor allem redlich sein, also objektiv, dann sei es schon in Ordnung.

Und eine vierte Gruppe von Kritikern, die gefährlichste, versichert uns, dass Redlichkeit und erzählerische Brillanz einander eigentlich ausschließen. Denn das romanhafte biographische Erzählen wecke in uns doch nur das Gefühl, wir oder doch wenigstens der Biograph, seien „hautnah dabei“, was auf eine Illusion hinauslaufe, bisweilen sogar auf bewusste Täuschung.“

Der Schriftsteller Reiner Stach ist davon überzeugt, „dass die Biographie – sofern wir unsere Skepsis wachhalten – noch immer ein enormes, nicht ausgeschöpftes Potential birgt, sowohl literarisch als auch mit Blick auf ein tieferes Verständnis menschlicher Kreativität.“
aus der Dankesrede von Reiner Stach anlässlich seiner Ehrung mit dem Joseph-Breitbach-Preis 2016