Die erfolgreiche Kinderbuchautorin (Konrad, das Kind aus der Konservendose) ist gerade 80 Jahre alt geworden und Tilman Spreckelsen hat mit ihr (auch) über ihren Weg als Schriftstellerin gesprochen. Und sie dabei gefragt, was sie denkt, was ein gutes Kinderbuch ist:
„Heute ist ein Kinderbuch ein gutes Kinderbuch, wenn es viel verkauft wird.“
Und wie sie auf die Themen dazu kommt:
„Ich kann leicht Ideen erzeugen in der Not, wenn der Verleger dreimal anruft, und ich habe ihm vorgemogelt, ich hätte schon sehr nachgedacht, und ich hätte da eine Idee – dabei hatte ich noch gar keine. Dann kommt er angeflogen, und dann sitze ich mit ihm bei einem Glas Wein, dann erfinde ich halt etwas in der Not.“
Und wie es dann ist, wenn es an die Schreibarbeit geht:
„Ich hüte mich vor Rührseligkeit. Es passiert mir auch, dass ich in einer gewissen Schreibeuphorie drei, vier Stunden etwas hinschreibe, was sicher viel emotionaler ist. In dem Moment glaube ich, das ist wahnsinnig gut, und am nächsten Tag streiche ich das gnadenlos zusammen. Aber ich glaube, es kommt immer noch genug Gefühl rüber.“

aus: „Politisch immer mehr so links gewesen“ Gespräch mit Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung 13.10.2016