Zu seinen Arbeitsmethoden beim Schreiben hat Markus Ganz den erfolgreichen schweizer Schriftsteller und Drehbuchautor Martin Suter gefragt:

Steht der Plot eines Romans jeweils fest, wenn Sie mit dem Schreiben beginnen?

„Ja, ich weiss dann, wie eine Geschichte beginnt und wie sie ausgeht, auch die wichtigsten Zwischenstationen sind mir ungefähr bekannt. Aber dazwischen kann sich einiges ändern, weil sich beim Schreiben die Figuren verändern, sie plötzlich neue Hobbys haben oder Macken entwickeln.“

Nehmen Sie sich ein Ziel vor, wieviele Seiten Sie pro Tag schreiben wollen?

„Ich habe jeweils ein Traumziel. Es ist aber oft so, dass ich in der Geschichte bis zu einem bestimmten Punkt kommen will oder den Dreh für die Fortsetzung finden möchte – das kann eine einzige Seite sein. Ansonsten hoffe ich, so tausend Wörter pro Tag zu schaffen. Und ich will am Abend wissen, wie die Geschichte am Morgen weitergeht.“

Wie bringen Sie die Leichtigkeit zustande, die Ihre Sprache kennzeichnet?

„Weglassen ist das Geheimnis, herauszufinden, was wichtg ist und was nicht. Wenn man sich als Autor langweilt mit einer Beschrebng, kann man sicher sein, das sich auch die Leser langweilen würden. Gerade bezüglich der Reduktion ist es oft einfacher und präziser, aus der zeitlichen und geografischen Distanz zu beschreiben, sonst ist die Gefahr gross, dass man sich in Details verliert. (…)
aus: ‚Meine einzigen Mitarbeiter sind die Leser‘ Books Nr 1/2015
Martin Suters aktueller Roman ‚Montecristo‘ ist 2015 bei Diogenes erschienen