Manchmal genügt ein einziger Roman, um einen Autor für sein ganzes Leben berühmt und unvergesslich zu machen. Und das ist unabhängig davon ob er ein langsamer, ein Viel- oder Schnellschreiber ist. Rolf Lappert ist jedenfalls kein Vielschreiber:
Brauchen Sie lange, um ein Buch zu verfassen – oder machen Sie nach einem Roman erst einmal Pause? fragte Marius Leutenegger den Schriftsteller.

„Beides. Erstens nehme ich mir viel Zeit beim Schreiben, es entstehen immer mehrere Fassungen, ich streiche viel. Und zweitens schreibe ich tatsächlich erst einmal nichts, wenn ein Buch fertig ist. … Ich muss nicht jeden Tag schreiben, um glücklich zu sein, denn ich habe auch viele andere Interessen. Ich bin viel unterwegs, reise gern, pflege die Familie und den Freundeskreis; manchmal höre ich auch einfach ein paar Stunden lang Musik oder schaue mir Filme an.“

Wie stark interessieren Sie die Bedürfnisse Ihrer Leserschaft während des Schreibens? Wie sehr denken Sie daran, ob ein Buch ankommen wird?

„Gar nicht. Mit dem Leser im Hinterkopf hätte ich noch einmal etwas im Stil von ‚Nach Hause schwimmen‘ schreiben müssen. … Ich wollte jetzt aber etwas anderes machen. ‚Über den Winter‘ ist ein Buch für … Leute, die sich mit Literatur auseinandersetzen. Stil und Sprache sind sehr wichtig, und man muss sich auf den Text einlassen. Wäre dieses Buch Musik, würde ich sagen: Das ist kein Easy Listening. Man muss sich Zeit nehmen dafür und sich mit der Tatsache anfreunden, das der Text nicht gerade heiter ist.“
Marius Leutenegger im Interview mit Rolf Lappert zum Erscheinen seines neuen Romans ‚Über den Winter‘ : Books Nr 3/2015