In seinem Beitrag für den Tages-Anzeiger berichtet Martin Ebel unter dem Titel ‚Der Untergang des Hauses Sutpen‘ über William Faulkner und die Wiederbelebung seiner Romane durch den Rowohlt Verlag, der den großartigen Autor und seinen Roman ‚Absalom, Absalom!‘ neu herausgebracht hat. Faulkner, der für seine unendlichen Sätze bekannt ist, wird es nicht leicht haben, die heutige Kurz-satzlesergeneration zu unterhalten, muss sich Martin Ebel gedacht haben und warnt vorsorglich in einem eigenen (dem Stil des Autors folgenden Langsatz) Faulkner-Interessenten vorab:

„Lang müssen sie sein (die Sätze) weil sie zu dem, was eine Person tut, immer noch hinzufügen, warum und wonach sie das tut, also alles, was der Handlung vorausging, denn alles hat seine Bedeutung, wobei es nicht leicht zu sagen ist, worin sie genau besteht, ist doch das, was man von früher weiss, nicht sicher, weil überliefert nur durch unzuverlässige und sich widersprechende Zeugen, weshalb man alle Variationen mitliefern muss in dem Satz, und zugleich den sinnlichen Eindruck von damals wiedergeben, zum Spriessen und Blühen bringen – und ein Satz wie dieser ist bloss ein Abglanz von Faulkners Monstern.“
aus: Tages-Anzeiger v. 5.2.2016