Carmen Eller hat die israelische Schriftstellerin, die Opfer eines Bombenattentats geworden war und etliche Zeit im Rollstuhl verbringen musste, nach der Arbeit an ihrem Roman ‚Schmerz‘ (Berlin-Verlag) gefragt.

„Wenn ich schreibe ist die Freude grösser als der Schmerz. Das merkt man meinen Büchern vielleicht nicht an, weil sie manchmal sehr melancholisch sind. Das Gefühl, etwas zu schaffen, ist ein Geschenk. Ich habe aber immer Angst davor, anzufangen – und zu scheitern. Anzufangen – und steckenzubleiben. Aber sobald ich einen Anfang gefunden habe, geht es flüssig. Wenn ich jeden Tag schreibe, läuft es gut. Wenn ich aber anfangen und wieder aufhören muss – etwa, weil ich auf Reisen bin -, ärgert sich das Manuskript über mich und hasst mich. Dann brauche ich Zeit, um wieder Frieden mit ihm zu machen.“
aus: Neue Zürcher Zeitung 17.11.015 Carmen Eller „Ich treffe den Tod häufiger, als mir lieb ist“