Schon ihr erster Roman ‚Zähne zeigen‘, den sie während ihres Studiums schrieb, wurde ein Bestseller. Mit ihm gewann sie auch etliche Literaturpreise. In diesem Jahr wird die englische Schriftstellerin 40 Jahre alt. Thomas David hat mit ihr anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Essaybandes ‚Sinneswechsel‘ gesprochen:

„Die meisten Schriftsteller“, haben Sie gesagt, „wären glücklicher, wenn sie nicht schreiben müssten.“

Ja, das ist leider wahr. Es gibt Schriftsteller wie Philip Roth, die davon reden, wie glücklich es sie macht, dass der tägliche Kampf des Schreibens ein Ende gefunden habe. Wenn ich in New York bin, sehe ich Roth ziemlich oft, und er kommt mir tatsächlich sehr zufrieden vor. Aber diese Zufriedenheit hat damit zu tun, dass er seine Ambitionen vollständig verwirklicht hat, und dieses Gefühl muss sehr beglückend sein. Für mich ist es bis dahin noch ein weiter Weg, und ich bin eher überrascht, dass es bei mir mit dem Schreiben überhaupt noch läuft.

Die Frage, ob man auch heute noch Romane schreiben kann, ist für Schriftsteller meiner Generation von zentraler Bedeutung. Wir befinden uns vielleicht noch nicht am Ende, aber doch ziemlich spät in der Geschichte des Romans – zu spät, um die Gattung noch einmal neu zu erfinden, und doch gibt es zahlreiche Autoren, denen es gelingt, ihr ein neues Leben einzuhauchen.“
aus: Empathie ist nicht genug, Thomas David, Tages-Anzeiger v. 29.5.2015