Liebe Autorinnen und Autoren,

finden Sie auch, dass es immer mehr „Vielschreiber“ gibt, „die sich binnen kürzester Zeit in unseren Regalen auffällig breit machen, ohne sich schriftstellerisch im gleichen Maße weiterzuentwickeln“? Felicitas von Lovenberg klagt im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen „die Bücherflut bringt ja nicht immer mehr Meisterwerke hervor, sondern sie fördert das Mittelmaß“. Die Folge seien Urheber, „die kaum noch den auratischen Dichtergestus pflegen, sondern lieber den des Handwerkers, der statt Werken für die Ewigkeit Gebrauchstexte für eine Saison liefert“. Den genialen Charles Bukowski hat die Frage nach Genie oder Handwerk weniger beschäftigt. Er war der Meinung: „Der Mensch wird als Genie geboren und stirbt als Idiot.“

Ums Handwerk beim Drehbuchschreiben ging es unter anderem beim diesjährigen Drama-Festival für TV-Stücke in Leeds. Das Thema für die Teilnehmer lautete „Konflikt“ und so drängten sich die speziellen Konflikte der Drehbuchschreiber bei der Arbeit am Skript mit hinein. Hier nur einige konfliktauslösende Fragen von Produzenten an die Drehbuchautoren:

Zur Charaktergestaltung: „Kann der Mörder nicht etwas sympathischer sein?“
Zum Schreiben überzeugender Dialoge: „Ich glaube, ihr seid nicht fähig Mittelklasse-Dialoge zu schreiben.“
Zu Empathie mit den Figuren: „Bloss keinen Rollstuhl zu Weihnachten. Könnte es nicht mal Leukämie sein?“
Oder auch: „Können die Sexsklaven nicht zwischendurch mal einkaufen gehen?“
Und schließlich der gnadenlose Produzentenrat: „Gibs auf und fang neu an!“

Claus Hant, einer der erfolgreichsten deutschen Drehbuchautoren („Der Bulle von Tölz“), bestätigt, dass sich Autoren immer wieder mit Konflikten auseinandersetzen müssen: „Selbstgefällige Produzenten, die ihre Autoren wie Sekretärinnen behandeln, denen sie ihre Eingebungen diktieren.
Starschauspieler, die für ihre Figur Forderungen stellen, die die Geschichte als Ganzes torpedieren. Und Dramaturgen, die nur eines im Sinn
haben: ihre Daseinsberechtigung zu legitimieren. Mit jesuitischem Geschick weisen sie dem Autor nach, dass sich seine Geschichte ohne eine dramaturgische Totaloperation nicht vernünftig erzählen lasse.“

Die Geheimnisse eines Erfolgsautors, der seine Kunst auch in Hollywood angewandt hat, verrät Ihnen Claus Hant. Er erklärt anschaulich wie ein Drehbuch entsteht, Struktur, Dramaturgische Elemente, Figurenbildung, Überarbeitung, Drehbuchformatierung und wie man das Drehbuch auf den Weg zum Film bringt. Dabei geht es um Finessen, Tricks und Insidertipps, wie man eine Idee verkauft und wie Sie überzeugend pitchen, ins Geschäft kommen – und bleiben. Mit wertvollen Tipps zu Vertragsfragen. Claus Hant: „Drehbuch schreiben und vermarkten“, 200 Seiten, 19,95 Euro versandkostenfrei, jetzt
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Die Top-75-Filme des Vorjahres hat die Filmförderung FFA veröffentlicht – Nummer 1 ist „Ziemlich beste Freunde“. Welche haben Sie gesehen, welche verpasst? Hier ausdrucken und eventuell nachholen – viel lesen und viele Filme sehen hilft weiter:
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Im Tieger-Blog kommen drei Singer/Songwriter zu Worte, auch Wolf Biermann mit zwei Zeilen aus seinem Gedicht, die seiner Muse gewidmet sein könnten:
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Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Gerhild Tieger