liebe Autorinnen und Autoren,
„Gegen vier Uhr am Nachmittag des 14. April 1998 geht er am stillgelegten Bahnhof in Skellftea vorbei, geht langsam, um nicht aufzufallen, und sieht drei Männer auf der Treppe sitzen.
Er erkennt ihn sofort. Es ist Jurma. Leichter Regen fällt.“

Wie ein Roman beginnt „Ein anderes Leben“, die Lebensgeschichte von Per Olov Enquist, in der er in der dritten Person von einem Mann erzählt, der in einem kleinen Ort in Norwegen geboren wurde, erfolgreich die Grenzen der Provinz überwand, zu einem bedeutenden europäischen Schriftsteller wurde und immer wieder vergeblich gegen seine Sucht kämpfte. Die Leitfrage seiner Autobiografie: „Wie konnte alles so schlimm kommen, wenn doch alles so gut anfing.“ Drei handwerkliche Kunstgriffe wendet der Schriftsteller hier an, um seine Autobiografie auch literarisch lesenswert zu machen: Die Distanzierung von der eigenen Person, ein Leitthema und berührende Figurenbeschreibungen wie am Schluss des Werkes, als er der kleineren Vorschullehrerin erzählt, dass er Schriftsteller geworden ist und einen Roman schreibt, worauf sie ihn fragt: „Du schreibst aber doch keine schmutzing Wörter drin, dasse da fluchen tun?“

Judith Barrington erwartet, dass der Verfasser einer Autobiografie ein „talentierter Geschichtenerzähler“ ist: „Er muss sich in der Zeit sicher vorwärts und rückwärts bewegen können. Er muss glaubhafte Dialoge verfassen, zwischen Szene und Zusammenfassung wechseln und seine Leser mit den Mitteln der schönen Literatur in den Bann ziehen können. Wichtigstes Merkmal dieser Form ist die Stimme des Autors, die eine wahre Geschichte erzählt und gleichzeitig darüber nachdenkt.“
Der Informationsdienst Bibliotheken empfiehlt den „gut gegliederten, leicht lesbaren und anregend formulierten Band“ von Judith Barrington: „Erinnerungen und Autobiografie schreiben“, 175 Seiten, mit einem Anhang zu Rechtsfragen ‚Kunstfreiheit vs. Persönlichkeitsrecht‘, nur 14,90 Euro versandkostenfrei – heute ist die neue Auflage aus der Druckerei gekommen:
www.autorenhaus-verlag.de/judith-barrington+autobiografie-schreiben.phtml

Zur Ergänzung empfehlen Rezensenten die „Anleitung zur Autobiografie in 300 Fragen“: „Praxisnahe Anleitung für literarische Anfänger, die sich an Memoiren oder einer autobiografischen Erzählung versuchen wollen.“ Durch konkrete Fragen zu Lebensabschnitten und Ereignissen aus der Vergangenheit werden verschüttete Erinnerungen wachgerufen. Nicht alles gehört in die Öffentlichkeit – Rache sollte kein Motiv bei der Figuren- und Situationsbeschreibung sein. Tipps, wie man seine Erinnerungen rechtlich nicht angreifbar macht, sind ebenfalls enthalten. Die Schriftstellerin Anne Lamott empfiehlt: „Wenn Sie also mit einem Mann zusammen gelebt haben, der eine Reihe von seltsamen privaten und beruflichen Macken pflegt, die sowohl seinen Freunden als auch seinen Kunden bekannt sind, und man ihn anhand dieser Macken in Ihrem Werk identifizieren kann, dann sollten Sie sich doch lieber alle Mühe geben, ihn als Figur ganz anders darzustellen.“ Gerhild Tieger: „Anleitung zur Autobiografie in 300 Fragen. Wege in die Erinnerung“, 128 Seiten, Umschlagmotiv von Frida Kahlo, nur 8,80 Euro versandkostenfrei:
www.autorenhaus-verlag.de/gerhild-tieger+autobiografie-in-300-fragen.phtml

Und wie wird es im Film gemacht? „Wenn Bree nach Ihrer Mutter modelliert ist – schreiben Sie dann eigentlich Szenen aus Ihrem eigenen Leben?“ hat Nina Rehfeld im FAZ-Interview den erfolgreichen Drehbuchautor Marc Cherry nach dem Ursprung einer seiner Figuren in der TV-Serie „Desperate Housewives“ gefragt: „Ja, natürlich, und ich erzähle Ihnen dies nur, weil ich darauf vertraue, dass meine Familie keine Zeitungen aus Übersse liest. Mein Vater hat meine Mutter einst mit der Entscheidung entsetzt, ein Pizzarestaurant zu eröffnen. Meine Mutter ist nie darüber hinweggekommen. Am Ende ist die Ehe meiner Eltern daran gescheitert. Aber da ich das nicht noch einmal durchmachen möchte, werde ich die Ehe von Tom und Lynette daran wohl nicht zerbrechen lassen.“

TV-Serien werden auch bei uns immer beliebter und verkaufen sich zusätzlich als DVD. In „Schreiben fürs Fernsehen“ warnt Vivien Bronner vor „Fragen, die Sie nie stellen sollten. Und zwar deshalb, weil Sie sich dadurch als ahnungsloser, ignoranter Neuling outen. Es ist kein Makel, Neuling zu sein. Jeder hat irgendwann einmal sein erstes Drehbuch geschrieben. Solange nicht eines Ihrer Drehbücher verfilmt worden ist, sind Sie Anfänger. Dagegen ist nichts zu sagen. Der Makel liegt darin, ahnungslos und ignorant zu sein. Sie sollten die Spielregeln und Voraussetzungen Ihres Berufs kennen, bevor Sie mit jemandem aus der Branche reden.“ Das Buch, über das „Kinozeit“ urteilt: „Für alle Autoren, die für das Medium Fernsehen schreiben wollen, ein unverzichtbares Standardwerk“: „Schreiben fürs Fernsehen. Drehbuch-Dramaturgie für TV-Film und TV-Serie“ von Vivien Bronner, 220 Seiten, 19,90 Euro versandkostenfrei:
www.autorenhaus-verlag.de/vivien-bronner+schreiben-fuers-fernsehen.phtml

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Für heute herzliche Grüße
Ihre
Gerhild Tieger