fragt Felicitas von Lovenberg den israelischen Schriftsteller David Grossmann in ihrem Interview für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

David Grossmann: „… ich weiß nie, wie sich eine Geschichte entwickeln wird, und das will ich auch nicht. Wenn ich das Ende schon kenne, dann bin ich es, der die Geschichte vorantreibt. Aber ich will ja selbst der Getriebene sein, ich möchte, dass die Figuren mich überraschen und mich betrügen und meine Grenzen überschreiten. Ich möchte, dass sie mich wie ein Adler beim Genick packen und woanders fallen lassen und sagen, so, richte dich hier ein. Es mag seltsam klingen, aber das macht mich glücklich. Am Morgen kann ich kaum erwarten aufzuwachen, weil ich weiß, es liegt ein neuer Tag vor mir, an dem ich acht, zehn Stunden lang etwas entdecken und herausfinden kann, von dem ich um acht in der Frühe noch nicht weiß, was es ist. Aber ich weiß, dass meine Welt bis zum Abend ein Stück größer geworden ist.“