„In einem trivialen Sinn sind alle Charaktere in einem Roman Marionetten des Autors und sprechen mit seiner Stimme. Aber ein Buch so zu lesen … als ob der Dialog im Roman kein echter Dialog sei, weil das Buch nur einen Autor hat, würde die Lektüre sinnlos machen. Um einen Roman zu lesen oder ein Theaterstück zu sehen, muss man gewillt sein, auf die Illusion einzugehen, dass die Personen und ihr Dialog real sind. Man akzeptiert die Konvention, und nahchher, wenn man das Buch geschlossen hat, wenn der Vorhang gefallen ist, fragt man sich: Hat es sich gelohnt, für eine Weile so zu tun als glaube man an die Realität dieser Darbietung? Habe ich etwas gewonnen? Manchmal lautet die Antwort Ja, manchmal Nein.“
aus einem Interview von Angela Schader mit dem Schriftsteller John M. Coetzee in der Neuen Zürcher Zeitung.