in ziemlich rüder Titel für ein Kinderbuch, liebe Autorinnen und Autoren,

„Go the Fuck to Sleep“ lautet er im Original. Diese Aufforderung hat offenbar unzähligen jungen Eltern in den USA direkt aus dem Herzen gesprochen. Hier die Geschichte eines wahren Erfolgsmärchens: Es war einmal ein Hip-Hop-Experte, der beklagte bei seinen Facebook-Freunden den allabendlichen Kampf mit dem Töchterchen ums Einschlafen und ließ anklingen, was er alles darüber berichten könnte. Da meldeten sich ganz viele Internet-Freunde und ermutigten ihn, aufzuschreiben, was er mit seinem Herzchen so alles erlebt. Adam Mansbach setzte sich hin und schrieb ein Kinderbuch (für Erwachsene) in Versform. Das schickte er zuerst „streng vertraulich“ als Test in Form einer PDF an ein paar Buchhändler, dann erschien es im Internet und schließlich dauerte es nicht lange bis eine Nachfragelawine ins Rollen kam. Der Kleinverlag Akashic Books in Brooklyn www.akashicbooks.com/gothefucktosleep.htm
veröffentlichte das Buch, für das inzwischen die Übersetzungsrechte in 20 Sprachen vergeben wurden. Auf Deutsch erscheint es jetzt bei DuMont.

Ist das nicht eine wunderbare Ermutigung für alle Autoren, ein originelles Buch über ein Alltagsproblem zu schreiben? Die Chancen stehen nicht
schlecht: In der Ausgabe des Börsenblatt 28/2011 äußert sich Jürgen Horbach, Wirtschaftssprecher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zum Thema Titelproduktion: „Die Verlage stehen in einem großen Verdrängungswettbewerb, bei dem sie versuchen, über mehr Titel Umsatz auf sich zu vereinigen.“ Und Christina Schulte, die Autorin des Artikels „Revolution in den Sälen“, führt weiter aus: „Nach Warengruppen wurden vor allem in der Belletristik zahlreiche Erstauflagen produziert. … Kinder- und Jugendbücher gab es etliche: 8.082 Novitäten statt zuvor 7.438 kamen auf den Markt.“ Vielleicht lassen Sie sich anregen – Kinder können doch so unwiderstehlich inspirierend sein …

Auch Heidemarie Brosche hat aus ihrer eigenen Erfahrung heraus geschrieben.
Obwohl ihr Autorenweg sie – wie sie offen bekennt – zunächst durch ein tiefes Tal der Enttäuschungen und Niederlagen führte, erschienen bis heute zahlreiche Bücher von ihr, vor allem für Kinder, in verschiedenen namhaften deutschen Verlagen. Zum Thema „Kinder- und Jugendliteratur“ erhielt sie einen Lehrauftrag der Universität München. Ihr Ratgeber „Kinder- und Jugendbuch schreiben & veröffentlichen“ mit den legendären „Fünf Thesen zum Schreiben von Kinderbüchern“ des Schriftstellers Peter Härtling und einem Werkstattbericht der erfolgreichen Kinderbuchautorin Kirsten Boie ist bereits in der 3. Auflage erschienen: 224 Seiten, Hardcover, nur 16,80 Euro:
www.autorenhaus-verlag.de/heidemarie-brosche+kinder-_und-jugendbuch.phtml

Im Tieger Blog finden Sie ein Zitat der kürzlich verstorbenen Schriftstellerin Agota Kristof über das Definieren von Gefühlen im Text.
Und eines der rumänischen Schriftstellerin Nora Iuga, die sagt wohin es führen kann, wenn Liebe in Text verwandelt wird. Zur Selbstbefragung (vielleicht eine Anregung für Ihren Tagebucheintrag?) antwortet Friedrich Ani in einer humorvollen Gedankenkette auf die ewige Frage „Wer bin ich?“:
www.autorinnen.de

Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Gerhild Tieger