„Schubladen mag ich nicht besonders. Weder beim Schreiben noch im Leben. Sie täuschen Ordnung meistens nur vor, sind eng und dunkel. Meine Bücher erscheinen manchmal unter ‚Belletristik‘, manchmal bei den Sachbüchern. Offensichtlich ist es nicht so einfach, sie einzuordnen. Das empfinde ich nicht als Beleidigung. Schubladen sind ja nur ein Notbehelf, weil man die Dinge irgendwo ablegen muss.“, gestande sie Erik Brühlmann im Interview und dass sie das Recherchieren für ihre Romane durchaus nicht mühsam findet. Das Schreiben sei „halt recht einsam, braucht Disziplin. Es ist kein reiner Spaziergang. Man spielt, man ringt mit Wörtern, stellt den Text dauernd in Frage, weiss nicht, ob etwas daraus wird. Recherchieren ist lustvoller. Man ist noch leicht und frei – auch wenn ich es auf eine journalistische Art mache.“

Susanna Schwager möchte ihre Leser und sich selbst mit ihren Büchern unterhalten und „schreibend etwas verbinden und etwas verstehen, was ich vorher nicht verstanden habe.“ „Es geht mir auch nicht darum, etwas zu enthüllen, mich über meine Figuren zu stellen oder jemanden blosszustellen. Für mich gibt es ausser den imaginären Figuren Gott und Teufel ‚das Gute‘ und ‚das Böse‘ im Leben nicht. Es gibt Menscchen mit Stärken und Schwächen, Glück und Pech … Und es gibt die Sprache, ein Mittel, uns auszutauschen und zueinander zu finden. Wir stolpern und spazieren und bemühen uns alle allein in einem unendlich komplexen System …“.

Susanna Schwagers Roman Das volle Leben stand monatelang auf der Bestsellerliste, inzwischen ist ihr Roman Ida erschienen