Manfred Papst in der NZZ vom 28.11.2010

Im Interview mit Manfred Papst für die NZZ vom 28.11.2010 spricht der italienische Schriftsteller über seinen wenig ermutigenden Anfang als Autor. Denn erst mit 48 Jahren wurde Umberto Eco zum berühmtesten europäischen Vielschreiber.
„Als Gelehrter war ich glücklich. Aber als Autor war ich verzagt. Erschlagen von der Fülle des Vorhandenen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es da noch etwas zu sagen geben könnte, was nicht schon gesagt war. Bis sich auf einmal eine Lücke auftat.“
Heute ist der Schriftsteller selbstsicher und entspannt: „Ich nehme jeden Tag so, wie er kommt.“, sagt er. „Ich habe keine bestimmten Schreibstunden wie Thomas Mann. Oder wie mein Freund Alberto Moravia, der immer früh aufstand und bis zum Mittag am Schreibtisch sitzen blieb, selbst wenn ihm nichts einfiel.“
„In aller Regel habe ich einen Bauplan, so wie ein Architekt. Ich zeichne Diagramme. Definiere Orte und Personen. Und natürlich stelle ich aufwendige Nachforschungen an. Schleppe Hunderte von Büchern zum Thema in mein Schreibzimmer. Das ist der schönste Teil der Arbeit.“