sind zwei Buchtitel, die nacheinander erschienen. Der Autor ist Jurist und Strafverteidiger, ein Mann direkt an der „Quelle“ spannender Themen. Gleich mit seinem Debütband „Verbrechen“ hatte er Erfolg; im November wird er dafür mit dem Kleist-Preis geehrt. Im Interview („Volkes Stimme ist mir egal“) fragt Eckart Baier u.a. auch nach der Authenzität der Geschichten des Schriftstellers:

Ist Ihr Alltag so spannend, wie es sich in Ihren Büchern liest?
„Ich bin in der priviligierten Situation, mir meine Fälle aussuchen zu können, daher habe ich es schon mit vielen spannenden Fällen zu tun. Darunter übrigens auch jedes Jahr Fälle, an denen ich überhaupt nichts verdiene, sogenannte Pro-bono-Fälle. Dabei geht es um Leute, die sich keinen Anwalt leisten können, wie etwas bei dem Fall des Mannes, den ich im Buch schildere, der aufgrund einer Namensverwechslung in Haft kam, nur weil er nicht das Geld hatte, sich vernünftig zu verteidigen.“

Was hat Sie daran gereizt, Ihre Fälle literarisch aufzuarbeiten?
„Ich fand die Idee spannend, ich schreibe gern und das Schreiben fällt mir leicht. Mehr gibt es dazu leider nicht zu sagen.“

Müssen Ihre Mandantgen befürchten, Stoff für Ihr nächstes Buch abzugeben?
„Selbstverständlich nicht. Der Kern der Fälle verändert sich zwar nicht, alles andere, die Situation und die Personen, sind aber so verfremdet, dass sich kein Mandant wiedererkennen würde. Überhaupt sind meine Storys, die fünf oder zehn Seiten lang sind, nur die Essenz, das Destillat eines Falles, der sich häufig über Wochen und Monate hinzieht und auch viel komplexer und oft auch viel langweiliger ist.“

Der Erzählband Schuld ist im Verlag Piper erschienen
Die Titelfolge hört sich an als könnte eine Triologi daraus werden – Sühne (Opfer)?