Di 17 Aug 2010
Brigitte Frizzoni ist Krimiforscherin
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
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am Institut für Populäre Kulturen der Universität Zürich. David Signer hat die Philologin in der NZZ Ausgabe vom 18. Juli 2010 gefragt:
Was zeichnet den typischen “Frauenkrimi” aus, abgesehen von weiblichen Hauptfiguren?
“Es gibt ganz verschiedene Stile. Paretsky zum Beispiel schreibt im Stil der klassischen “hardboiled”-Krimis von Chandler und Hammet, und da fiel es zunächst besonders auf, wenn in diesem Milieu plötzlich eine Frau ermittelte, die ebenso tough war wie Marlow oder Spade. Daneben gibt es den Rätselkrimi, der auf Agatha Christie zurückgeht. Dazwischen findet sich alles andere: vom radikalfeministischen, kämpferischen Lesbenkrimi bis zum ironischen “chick-lit-mystery”.
Kann man bei Krimis männliche und weibliche Schreibweisen erkennen?
Da wird zwar immer wieder behauptet, aber ich glaube es kaum. Es gibt ja gegenwärtig gerade die Diskussion, ob die Thrille von Stieg Larsson in Wirklichkeit hauptsächlich von seiner Lebengefährtin geschrieben worden seien. Aber niemand kam vorher auf die Idee, Larssons Stil als weiblich zu charakterisieren. Gute Autoren zeichnen sich eben dadurch aus, dass sie auch über Geschlechtergrenzen hinweg imaginieren können.
In welche Richtung geht der Trend?
“Bei den sogenannten “chick-lit-mysteries”, etwa von Janet Evanovich werden Charakteristika aus “Sex and the City” oder “Bridget Jones” auf das Krimi Genre übertragen: Attraktive, erfolgreiche, wenn auch etwas chaotische Ermittlerinnen um die dreissig, umgeben von ihren Freundinnen und sexy Männern, das Ganze humorvoll serviert.”