FAZ-Redakteur Richard Kämmerlings liest lieber selber, statt sich vorlesen zu lassen. Als Leser bestimmt allein er selbst, sobald er ein Buch in den Händen hält:

„Ich bin kein Freund von Lesungen. Das hat einen einfachen Grund: Literatur ist eine persönliche Sache zwischen mir und dem Buch, und ihre Besonderheit gegenüber Musik oder Kino ist gerade, dass ich das Tempo selbst in der Hand habe. Der omnipotente Autor, der vorher alles bestimmt, hat dann nichts mehr zu melden. Noch das rasanteste Roadmovie kann ich mir in Zeitlupe vornehmen und ausladende Ritardandi schwungvoll überblättern. Wenn ich oder der Witz des Textes müde werden, wird der Deckel zugemacht.“
aus: Sodatin oder Veteran. Zornig zappen: Eine junge Hamburger Literaturnacht