„Mein Schreiben hat nichts Zauberhaftes und nichts Fieberhaftes, es ist ganz einfach eine Arbeit, die mir Zeile für Zeile Verschiedenes abverlangt:
Ich wäge die Wörter: Zu schwer, zu leicht? Ich registriere den Rhythmus der Sätze: Swingt er, schlurft er? Ich beobachte meine Figuren: Tun sie, was sie sollten? Ich rüttle an der Geschichte: Hält sie, wackelt sie? Ich bemühe mich, mit bei Geschwätzigkeit ins Wort zu fallen. Abgenutzte Redewendungen zu entsorgen. Begriffe nicht unbesehen zu verwenden. Bricht das Herz? Ist doch gar kein Knochen. Dastehen wie vom Blitz getroffen? Daliegen wäre logischer. Der Koffer wartet aufs Abgeholtwerden? Nein, Koffer können nicht warten. Schreiben ist ein permanentes Quiz mit sich selbst: Wie überwintert ein Schmetterling? Googel! Schreibt man Lilliput so? Dudeln! Ist Fingerbeere ein Helvetismus? Karlheinz fragen! Wie hört es sich an, wenn Wasser auf Wasser fällt? Ausprobieren! Eine gute Gelegenheit, kurz vom Computer abzuhauen, um dann mutig wiederzukommen in der Hoffnung, das bislang Gesdhriebene sei gut.“

von Angelika Waldis ist gerade ein neuer roman erschienen „Einer zu viel“ bei Kein & Aber