die literaturkritikerin Beatrice von Matt schrieb in ihrer rezension zu Ein Unterton von Glück. Über Dichter und Gedichte. von Harald Hartung:

„Man muss wissen, was man macht, wenn man Gedichte schreibt. Nicht um blind und brav irgendwelche Versregeln umzusetzen, sondern um frei zu werden in seiner Kunst. Erst dann hat etwas wie Inspiration eine Chance, etwas, das hier auch „punktuelles Zünden“ oder „Epiphanie des Augenblicks“ genannt wird … Metrische Normen muss man kennen, wenn man sie unterlaufen will … Die Strukturen bleiben wirksam, auch wenn sie bloss durchscheinen und der Leser sie nicht erkennt. Sie verleihen dem Sprachkörper Halt – Form eben.“

„Dichten bedeutet also: Weiterführen, Sich-Anverwandeln, Machen aus Gemachtem. Nichts sei „eigener“, als sich von den andern nähren, notierte Valéry, aber man müsse diese andern verdauen: „Der Löwe besteht aus verdautem Schaf“. Wo imer er als Lyrik-Kenner auf Löwen schaut, bezieht Hartung die verdauten Schafe mit ein.“

Harald Hartung: Ein Unterton von Glück. Über Dichter und Gedichte. – Wallstein-Verlag Göttingen