„Glaubt heute ein Schriftsteller, dass er vielleicht in hundert Jahren noch gelesen wird: Schreiben ist ein anderes Unternehmen geworden, ein Gespräch mit Zeitgenossen und nichts weiter; der Auftrag des Schriftstellers seinen Kindeskindern etwas mitzuteilen von seiner Zeit, wird illusorisch. Vor vierzig Jahren hat Brecht noch an die Nachgeborenen geredet.“

aus: Tagebuch 3.Herausgegeben und mit einem Nahwort von Peter von Matt. Suhrkamp-Verlag Frankfurt 2010