„Wenn ich vier Jahre an einem Roman, nennen wir ihn „Alle Tage“, arbeite, dann schreibe ich davon die ersten drei Jahre, und zwar sieben Tae die Woche, lauter Sachen, die man später zu nichts, aber wirklich zu gar nichts mehr gebrauchen kann. Unzählige Nichtsätze, die ich geschrieben haben muss, bevor ich den ersten Satz schreiben kann. Drei Viertel der Zeit, die mir für eine Arbeit zur Verfügung steht – maximal: meine Lebenszeit, drei Viertel also davon -, gheen für das Nichtwissen drauf: Was und Wie. Anfangs ist vielleicht noch nicht alles da, was es für ein Buch braucht. Oder es ist alles da, von Anfang an oder später, aber man fängt nicht das Richtige damit an. Und zwar deswegen nicht, weil man zwar glaubt zu wissen, WAS das Was ist, aber man irrt sich. Konkretes Beispiel: Man hat eine Hauptfigur, die ein Bürgerkriegsflüchtling und Sprachgenie ist, und man glaubt lange Zeit stur daran, es müsse sich bei seiner Geschichte um ein Ehedrama handeln, bei dem die Obsession des Mannes für Knaben der sprigende Punkt ist.“