er ist der bekannteste kubanische autor von kriminalromanen, dessen bücher auch in Deutschland begeisterte Leser finden (u.a. Adiós Hemingway und die reihe des Havanna Quartet). im interview fragt Knut Henkel ihn:

Ihre Werke werden weniger kriminalistisch und deutlich sozialer. Aus welchem Grund?

„Ich glaube, dass ich immer den Rahmen des Kriminalromans bewusst gedehnt habe. Ich war nicht ein orthodoxer Krimiautor, und meine Romane hatten immer einen starken sozialen Bezug. Das ist zunhemen in den Vordergrund gerückt: Mein Konzept beruht auf einer detaillierten historischen Recherche, auf deren Baisis ich meine Geschichten aufbaue, und der historische Bezug hat dabei eine zunehmende Bedeutung.

Fürchten Sie keine Fehlinterpretationen?

„Man kann meine Bücher falsch interpretieren, falsch verstehen oder gar nicht verstehen. Vielleicht wird das eine oder andere auch überraschen oder stören. Das sind aber Risiken, die ein Autor eingehen muss. Ich glaube nicht, dass es vollkommen freie Autoren gibt, wenn es ans Schreiben geht. Es gibt Scheren im Kopf, Grenzen, die man akzeptiert oder auch nicht, die aber existieren. Das können religiöse, politische oder andere sein, z.B. dass man sich scheut, in dieser oder jener Form über Homosexualität zu schreiben. Immer gibt es gewisse Grenzen, und der Autor muss sich entscheiden, ober er sie verletzen, niederreissen oder respektieren will.“

von Leonardo Padura ist in diesem jahr der kriminalroman Der Nebel von Gestern erschienen.