Marco Schmidt berichtet in der FAZl über das Filmfestival in Marrakesch und von drei weltbekannten regisseuren Alfonso Cuaron, Emir Kusturica und Jim Jarmusch, die dort meisterkurse vor filmstudenten und journalisten abhielten „Von Gangstern, Musikern und Pilgern – Lernen von den Meistern: Cuarón, Jarmusch, Kusturica

Alfonso Cuarón wollte schon immer Filmregisseur werden: „Mit elf Jahren bin ich in Mexiko-Stadt täglich drei- oder viermal ins Kino gepilgert“, erzählt er. „Am liebsten in europäische Filme, weil es da oft nackte Frauenbrüste zu sehen gab!“

„Ich bin kein Lehrer“, stellt er gleich zu Beginn seines Meisterkurses klar, „sondern ein Student, der bei jedem Film aus seinen Fehlern etwas Neues lernt.“

„Wer auf die Story fixiert ist, vergiftet das Kino“, unterstreicht er. Ein Film dürfe nicht Sklave seines Handlungsablaufs sein: „Der Plot sollte bestenfalls als Köder dienen, um die Zuschauer bei der Stange zu halten. Denn seine größte Kraft schöpft das Kino aus originellen filmischen Ideen.“

Zuerst legt Cuarón die optische Gestaltung fest: „Während meine ersten Filme viele Schnitte und Großaufnahmen aufwiesen und stets aus der subjektiven Sicht der Hauptfigur geschildert wurden, bevorzuge ich seit ,Y tu mamá también‘ einen objektiven Ansatz mit langen, ungeschnittenen Weitwinkeleinstellungen, um das soziale Umfeld der Charaktere einzufangen“.

„Ich sehe den kompletten Film vor meinem geistigen Auge und versuche dann, ihn mit meinem Team umzusetzen.“ Allerdings müsse man beim Drehen seine Ideen ständig über den Haufen werfen: „Vor Ort lasse ich einen besseren Film zu als den, den ich mir vorgestellt habe!“