es gibt nicht viele künstler, die mit zwei oder gar drei starken talenten gesegnet sind: der chinese Cheng Jianghong, der heute in Paris lebt, ist ein bewundernswerter illustrator, autor und maler. weil ich illustrierte kinderbücher liebe, habe ich ihn und den „Tigerprinz“ kennengelernt.

zur entstehung seines buches für kinder ab 5 jahren erklärt er:

„Ich bin während der Kulturrevolution in China ohne Kinderbücher aufgewachsen, daher ist das Malen und Schreiben von Kinderbüchern für mich kein blosser Job, sondern etwas viel Tieferes. Mit dreissig Jahren habe ich meine Kindheit entdeckt, und das hat sehr viel in mir ausgelöst. Die Landschaft in „Der Tigerprinz“ ist von Kambodscha inspiriert. Der Einfall zur Geschichte kam mir beim Anblick eines altchinesischen Bronzegefässes im Museum Cernuschi in Paris. Es geht um einen kleinen Prinzen, der bei einer Tigerin aufwächst. Sie sieht in ihm eines iher Kinder, die von Jägern getötet wurden.
In einer guten Kindergeschichte gibt es einfache, aber tiefe und starke Emotionen, und es geht immer darum, das Leben zu verstehen. Der gefährlichste Ort kann auch der sicherste Ort sein – das ist eine der Botschaften des Buches, in dem nicht nur die Grenze zwischen dem Menschlichen und dem Animalischen aufgehoben wird, sondern auch die zwischen Liebe und Hass, Gut und Böse.“

Der Tigerprinz ist im Moritz Verlag erschienen, ebenso wie die hinreißende geschichte „Junger Adler“