Schriftsteller leben nicht von Luft und Ideen, vom Schreibrausch und
der Hoffnung. Schriftsteller sind keine vergeistigten Menschen ohne
Bedürfnisse und vor allem nicht besser als andere. Deshalb begegnen
sich in diesem Buch die Bösen und die Harmlosen der schreibenden
Zunft: Es geht um Neid und Rache und um Titelrechte. Und
es sind einige Anspielungen auf deutsche Kollegen enthalten, die
Probleme mit dem Persönlichkeitsrecht hatten. Oder die Schwierigkeit,
die jemand mit dem Schreiben nach seinem sehr erfolgreichen
Buch hatte: »Lange war ich mit Lesungen und Interviews beschäftigt
gewesen und hatte mich unbefangen, ja fast ausschweifend meiner
Freude hingegeben. … Ich war noch nie so glücklich und energiegeladen
gewesen.« Der Preis dafür ist dann hoch: »Doch mit der Zeit
wurde mein Selbstvertrauen immer zerbrechlicher. Ich erkannte, dass
die Dynamik, die mein ganzes Leben erfasst hatte, mir das Schreiben
unmöglich machte.« Der Schriftsteller-Protagonistin steht aber
noch etwas wirklich Übles bevor, ein Schock, auf den sie unglaublich
geistesgegenwärtig reagiert: »Bloß nicht verklagen!«, bittet sie:
»Sonst verkauft es sich womöglich noch!« Und damit meint sie nicht
ihr eigenes Buch.

Jessica Durlacher
Schriftsteller!
Erzählung
Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
114 Seiten, Broschur, Diogenes, 2009