Di 10 Nov 2009
Doris Lessing: ein buch stirbt, wenn
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
1 Kommentar
“Ein Buch lebt nur so lange, wie seine Gestalt verborgen bleibt: Der Augenblick, in dem alles sichtbar wird, ist der, in dem nichts mehr herauszuholen ist. Dann gilt es, etwas Neues anzufangen.”
Mara Delius schreibt in ihrem beitrag in der FAZ v. 19.10.09:
“Bücher, scheint es, haben für sie dieselbe Beschaffenheit wie die Sterne, die sie seit ihrer Kindheit inmitten der weiten Steppe faszinierten: In dem Moment, in dem sie lebendig sind, strahlen sie, dann erlöschen sie irgendwann, und neue entstehen, es ist ein natürlicher Ablauf.
Doris Lessing … wird neunzig Jahre alt. Sie schreibt bereits an ihrem nächsten Buch.
14. November 2009 um 10:18
Nicht ganz teile ich die Sichtweise. Für mich ist es so, dass ein Buch erst zu leben beginnt, wenn die erste Leserin oder der erste Leser es aufschlagen. Bis dahin ist es Schwangerschaft – allerdings eine, in welcher der Embryo beliebig oft ans Licht geholt und verändert werden kann, bevor er sich wieder im Stillen weiterentwickelt. Zu sagen: “Ein Buch ist tot, wenn es fertig ist” – eine Nobelpreisträgerin möge es mir nachsehen – das widerstrebt mir zutiefst!