Fr 6 Nov 2009
Urs Widmer beschreibt den eigenen tod
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
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Felicitas von Lovenberg schreibt über den gerade erschienen roman Herr Adamson von Urs Widmer: “Er geleitet den Leser an Orte, von denen der vielleicht zu träumen, aber kaum zu sprechen gewagt hätte. Herr Adamson entwirft nicht weniger als eine Vision der ewigen Jagdgründe.”
und Manfred Papst hat den schweizer schriftsteller in seinem interview gefragt:
Wie war es für Sie, Ihren eigenen Tod literarisch zu gestalten?
“Schon ziemlich unheimlich! Aber ich benutze da einen wunderbaren Trick. Ich lasse mich zwar sterben – beschreibe auf der letzten Seite meinen Tod -, aber ich hebe das Schreckliche dieses Gedankens dadurch auf, dass ich mir noch weitere 23 Jahre schenke. Im Moment des Schreibens waren es sogar 24 Jahre. Ich lebe noch 24 gesunde Jahre, und dann gehe ich heiter, nicht munter, aber gefasst ins Totenreich hinüber.”
Sie bringen in dem Buch das Kunststück fertig, in einem federleichten Ton vom Tod zu sprechen.
“”Ich beschäftige mich, höchst unfreiwilliig, seit eh und je mit dem Tod, und ich habe mir seit langem meine kleinen Todesmythen zurechtgelegt. Hier habe ich sie nun sehr genau ausgearbeitet. Ich spiele auch nicht zum ersten Mal damit, dass der Ich-Erzähler des Buchs dem Autor Urs Widmer verteufelt gleicht. Dass ich die Hauptfigur nicht bin, sieht man allein schon daran, dass das Buch am 22. Mai 2032 einsetzt, einen Tag nach meinem 94. Geburtstag – und am Tag meines Todes.”
im august erschienen im Diogenes Verlag: Herr Adamson