die buchmesse ist ein riesiges podium, auf dem durstige, leicht verwirrte autoren unentwegt die stühle wechseln – um zu lesen. ich glaube, dass nicht wenige von ihnen sich so fühlen, wie es Gottfried Benn einzigartig in seinem gedicht “Was schlimm ist” (11. bis 14. zeile) sagt.
der lyriker Robert Schindel bezieht sich bei seiner lesesituationsbechreibung auf die wörter, die immer nur schlüpfen und schlüpfen wollen:

“Während der Lesung
Zweier Poeten
Sammeln sich über ihnen Wörter an
Blicken den Dichtern auf den Schädel den
Jeweilig schwankenden indes
Aus dem entsprechenden Mund andere
Wörter schlüpfen und schlüpfen”

Robert Schindel: Mein mausklickendes Saeculum. Gedichte – Suhrkamp Verlag