Fr 25 Sep 2009
Kazuo Ishiguro: “Ist Schreiben ein Weg zur Selbsterkenntnis?”
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
[2] Kommentare
fragt Thomas David den schriftststeller, dessen bekannter roman “Was vom Tage übrigblieb” von dem regisseur James Ivory verfilmt wurde.
“Vielleicht ist das ein unterbewusstes Motiv meiner Arbeit, aber sicherlich nicht in dem Sinne, dass meine Bücher autobiografischen Charakter haben. Auf einer tieferen Ebene muss es aber wohl dennoch so sein, dass ich mich von bestimmten Themen und Problemen angezogen fühle, weil sie für mich persönlich von zentraler Bedeutung sind. Ich bin kein Schriftsteller, der auf eine völlig istanzierte und intellektuelle Weise über etwas schreibt: Es muss immer etwas geben, das mich persönlich anspricht, aber dabei muss es sich nicht notwendigerweise um eine Idee oder einen Gedanken handeln, es geht mir vielmehr auch darum, bestimmte Stimmungen und Gefühle zu erzeugen, mit denen ich etwas verbinde. Es ist fst so, als wäre ich auf der Suche nach einer bestimmten Musik, die ich nirgendwo sonst auf der Welt hören kann und daher selbst erzeugen muss.”
das neuste buch von Kazuo Ishiguro, “Bei Anbruch der Nacht”, ist im vorigen monat im Carl Blessing Verlag erschienen
2. Oktober 2009 um 22:19
Nicht jeder schreibt, weil er es muss – diejenigen, die schreiben, weil sie es müssen, für diese ist das Schreiben sicherlich ein Weg zur Selbsterkenntnis, eigentlich zur Erkenntnis im Allgemeinen sogar.
Schreiben ist Meditation – eine eigene Art der Meditation mit eigenen Regeln und eigenen Ergebnissen.
Ich rate eigentlich davon ab, zu schreiben – herkömmliche Meditation ist besser geeignet, um zur Erleuchtung zu gelangen. Aber wenn Sie wollen, schreiben Sie – ich habe Sie gewarnt.
20. Oktober 2009 um 14:32
In seinem neuen Buch erkennt man hin und wieder ein bisschen von dieser Meditation; “ruhige” Textstellen, in denen die Helden über sich und das Leben nachsinnen…