ist das thema dieses edlen buchkalenders, der auf 128 seiten die gelungene verbindung von literarischen texten mit origineller typografie zeigt. assoziativ sind die ausgewählten zitate ins bildhafte übersetzt. im mai zum beispiel findet der schreibende leser gleich zwei schriftsteller-aussagen, die das leiden des autors an der welt als voraussetzung für ein gelungenes werk beschreiben. ein mann und eine frau. der eine vor 100 jahren, die andere vor 200 jahren geboren:

Elias Canetti: „Schreiben, bis man das eigene Unglück nicht mehr glaubt, im Glück des Schreibens.“
sehr viel drastischer sagt es Marie von Ebner-Eschenbach:
„Es schreibt keiner wie ein Gott, der nicht gelitten hat wie ein Hund.“

gleichfalls eine schöne symbiose von grafik und literatur u.a. in der ersten dezemberwoche das zitat von Doris Dörrie:
„Und davon träume ich jedes Mal, wenn ich ein Buch öffne (…)“ weiterträumen im kalenderbuch

die zitate von schriftstellern übers schreiben und lesen und die überraschenden grafischen übersetzungen dazu auf der gegenüberliegenden seite sind auch typografisch als anregung für autoren interessant: ein buch zum behalten und verschenken in weinrotem leinenkleid mit prägung und schwarzem lesebändchen.
Literarischer Buchkalender
Armin Stingl
Lesen & Schreiben 2010
rotbedrucktes Vorsatzpapier, schwarzes Lesebändchen
2-farbig, 14,8 x 21
19.90 Euro
ars vivendi verlag, Cadolzburg