Rainer Moritz, leiter des literaturhaus Hamburg, ist herausgeber dieses literarischen kalenders im verlag Artemis & Winkler. der titel haut gleich richtig hin: „lLteratur und Boxen“. wer literaten ausschließlich für sensible feingeister hielt, kann sich jetzt davon überzeugen, dass schriftsteller nicht nur über den inneren schmerz geschrieben haben:

ein künstlerisches kalenderblatt wartet auf den betrachter im aprill (dem monat, in dem bekanntlich sehr kämpferische menschen geboren werden) und wird illustriert vom meister des modernen holzschnitt Willliam Nicholson. der text zum blatt stammt von
Wolf Wondratschek: „Boxen ist ein Urschrei. Boxen ist der Kompromisss, den eine mörderische Gesellschaft eingeht mit ihren Opfern. (…)“
im juni steht Vicky Baum am Punching Ball. aus dem magazin „Boxen. Eine Faustschrift“ stammt das zitat dazu:
„Faustkämpfer und Schriftsteller schaffen sich ihr eigenes moralisches Universum. (…)
der monat juli enthält eine satirische boxerzeichnung und die verse von Fred Endrikat:
„Du brauchst dich deiner Hiebe nicht zu schämen, denn Geben ist bekanntlich seliger denn Nehmen (…)“
nur noch soviel: boxen kucken kann schöner sein, wenn man es auf kalenderblättern erlebt und genügend humor und satire dabei ist.
Literatur und Boxen 2010
Hg. Rainer Moritz
Wandkalender, 2-farbig
26 Seiten, Format 296 x 241 x 8
18.- Euro
Verlag Artemis & Winkler, Düsseldorf