fragen an die schriftstellerin und dozentin der filmakademie Ludwigsburg aus dem interview mit den redakteuren Angela Gatterburg und Volker Hage

Was kann der Film, was die Literatur nicht kann?

„Ich würde es lieber umdrehen: Was kann die Literatur, was der Film nicht kann? Literatur schafft einen Raum für die Imagination: Das, was geschieht, geschieht im Kolpf des Lesers. Der Film liefert die Imagination, und das Erzählte muß der Zuschauer im Kopf kombinieren. Hier kann man sich als Autor am Kino orientieren: wie man Schnitte setzt, Höhepunkte, Effekte. …

… Schnelle Schnitte an brisanten Stellen, also die Aufmerksamkeit des Lesers fesseln, seine Erwartungshaltung aufbauen, und dann – Entzug. Man gibt ihm lange nichts und belohnt ihn später fpr seine Aufmerksamkeit. Als Autor sind Sie Sadist. Sie ersparen Ihren Lesern nichts. Wenn Sie Ihr Publikum schonen, haben Sie schon verloren.“

„Ich habe von der Missionarin (ein roman von Sibylle Knauss) zunächst eine Drehbuchfassung geschrieben. Möglich, daß das dem Roman gutgetan hat. Vielleicht sollten Schriftsteller sich ab und zu vornehmen, Drehbücher zu schreiben – um zu lernen, die eigenen Figuren und ihre Geschichten wichtiger zu nehmen als sich selbst.“

in ihrem fachbuch Schule des Erzählens (Autorenhaus Verlag Berlin) zeigt Sibylle Knauss als dozentin anhand von berühmente beispielen aus der literatur und ohne belastenden fachjargon wie autoren ihren figuren echtes leben schenken
übrigens, wer die handwerkskunst der schriftstellerin Sibylle Knass in ihren eigenen romanen kennenlernen möchte: in diesem jahr erscheint ihr neuester roman EDEN bei Hoffmann & Campe