So 26 Jul 2009
Roland Barthes: warum der autor sterben muss
Geschrieben von gerhild unter Allgemein
1 Kommentar
“Die Geburt des Lesers ist zu bezahlen mit dem Tod des Autors.”, hat der philosoph und autor Roland Barthes behauptet. und Jürgen Kaube, journalist und autor, ergänzt “weil diese Figur, so lange sie lebendig ist, die Deutungen zu ihrem eigenen Schaden unter den Zwang setze, einen einheitlichen, widerspruchsfreien Sinn ins Geschriebene hineinzulesen.”
(…) “Wozu benötigen wir die Vorstellung, literarische Werke hätten einen bestimmten Eigentümer, kämen aus einer bestimmten Quelle?”
Jürgen Kaube beantwortete seine Frage auch gleich mit dem Hinweis:
“In der angelsächsischen Philologie gibt es seit jeher eine heitere Antwort hierauf. Der Autor wird benötigt, um sich über seine Identität streiten zu können, – so wie erst die Annahme, dass es einen Mörder gibt – und nicht etwa nur “die Verhältnisse” gemordet haben – den Kriminalroman interessant machen.”
30. Juli 2009 um 13:09
Solange der Autor als Person wahrgenommen werden will, gilt, dass der Leser den Autor töten muss – durch Kritik. Diese Kritik ist notwendig, denn sie muss zerstören.
Wenn der Schreiberling schreibt, hat er nur eines im Sinn: die Leserin. Erreicht er sie lebend, hat er Glück, erreicht er sie tot wird sie schlauer ein Stück.
Viele gabs, viele wird es geben, auf deren Händen das Herz der Leserin tut schweben.
Ich will mehr, bekomms nicht – daher saufe ich ein Bier und schreibe hier.